Teilzeitstudium
Auswertung Motion und Forderungen für eine breite Debatte
Teilzeitstudium an den Hochschulen ermöglichen!
Forderungen angenommen vom Comité des VSS an 12.11.2008
Der VSS ist stärker denn je der Meinung, dass über die Organisation des Studiums und die Optionen es in Voll- oder in Teilzeit zu absolvieren eine breite Debatte geführt werden muss. Die Konsultation zur VSS Motion vom Herbst 2007 hat hierfür wertvolle Informationen gebracht und einige offene Frage präzisiert. Aus Sicht des VSS sind für eine breite Debatte folgende Aspekte auf Ebene der Hochschulen zentral:
- Jedes Studienprogramm muss in Teilzeit studiert werden können;
- Studiengang / Major (ehem. Hauptfach) und Studienprogramme / Minor (ehem. Nebenfach) müssen dringend besser aufeinander abgestimmt werden;
- Beispielhafte Curricula sind für ein Studienpensum von 100 Prozent, 70 Prozent und 50 Prozent zu erstellen;
- Das Beratungsangebot muss ausgebaut und bekannter gemacht werden.
Das sind alles Punkte, die in der Verantwortung der Hochschulen liegen und von den Hochschulen bewältigt werden können. Zudem ist der VSS der Ansicht, dass eine bessere Studienplanung hilft ein Studium nicht (beinahe endlos) in die Länge ziehen zu müssen. Die Forderungen zielen unmittelbar auf die Verbesserung der Situation vieler, wenn nicht sogar aller Studierender.
Des Weiteren gibt es Punkte, die als Rahmenbedingungen von der Politik, d.h. den Kantonen und dem Bund gemeinsam angegangen werden müssen; Und zwar jetzt!
- Ein Studium in Vollzeit muss für alle möglich sein;
- Ein Teilzeitstudium ist kein Ersatz für Stipendien;
- Die individuelle Freiheit der Studien- und Berufswahl muss gefördert werden;
- Die Subventionierung der Hochschulen muss das Teilzeitstudium berücksichtigen und darf nicht realitätsfern nur vom Vollzeitstudierenden ausgehen;
- Die Koordination von (Hochschul-)Bildung und Arbeitstätigkeit muss vereinfacht werden.
Darunter befinden sich Forderungen, die Verfassungsrang geniessen und nicht ohne Grund zu den schützenswerten Gütern eines Staates gehören. Auf Papier bringen sie herzlich wenig, sie müssen aktiv und mit finanziellen Mitteln gefördert werden.
Die Auswertung der Konsultation zu Motion Teilzeitstudium ermöglichen!
ist hier abrufbar.
Der Hintergrund
Das Comité, das VSS legislativ Organ zwischen den Delegiertenversammlungen, hat am 17. Oktober 2007 die Motion „Teilzeitstudium an den Hochschulen ermöglichen!“ verabschiedet. Die Motion wurde nicht publiziert, sondern mit Bitte um Stellungnahme an die PartnerInnen des VSS versandt. Angefragt wurden:
- Staatssekretariat für Bildung und Forschung SBF
- Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT
- Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK
- Schweizerische Universitätskonferenz SUK
- Schweizerischer Wissenschafts- und Technologierat SWTR
- Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten CRUS
- Rektorenkonferenz der Fachhochschulen der Schweiz KFH
- Schweizerische Konferenz der Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen COHEP
- Dachverband der FachhochschulabsolventInnen FHSchweiz
- Vereinigung Forschungsnachwuchs und Mittelbauvereinigungen der universitären Hochschulen actionuni
Stellungnahmen haben wir erhalten von: SBF (26.11.2007), BBT (11.12.2007), EDK (06.12.2007), SUK (27.11.2007), SWTR (03.12.2007), KFH (12.12.2007), COHEP (17.01.2008 nach Bitte um Fristverlängerung am 15.11.2007), FH Schweiz (05.12.2007) und CRUS (25.09.2008). Der VSS bedankt sich sehr herzlich für die Beachtung des Anliegens und die teilweise umfangreichen Antworten.
Die Umformulierte Motion soll als Grundlage für eine konstruktive und öffentliche Debatte dienen, welche mit dem klaren Ziel geführt werden muss: die Situation zu verbessern. Dies kann nicht nur im Interesse der zukünftigen Studierenden sein, sondern trifft auch die verschiedenen Aspekte und Anforderungen des Lebenslangen Lernens.
