Podium zum Luzerner Stipendiengesetz

Der Kanton Luzern revidiert sein Stipendiengesetz und schlägt dabei einen schweizweit neuartigen Weg ein: Auch Private sollen ein Studium mitfinanzieren.

An der Podiumsdiskussion debattieren Lars Stein (Gründer des Vereins Studienaktie.org), Priska Lorenz (Kantonsrätin SP/Juso) und Adrian Bühler (Kantonsrat CVP) über die Chancen und Risiken des neuen Gesetztes.

Die Medienmitteilung des VSS dazu: http://www.vss-unes.ch/2013/09/10/luzern-macht-studierende-zu-investitionsgutern/

Und diejenige der SOL: https://www.vss-unes.ch/wp-content/uploads/2013/10/Presse_Stipendiengesetz_LU.pdf

Bilde dir deine eigene Meinung am Mittwoch, 30. Oktober um 17:15 im HS8, Universität Luzern.

SOL-Podium

Neue Zahlen zum Stipendienwesen: Der Zugang zur Bildung wird immer schwieriger

Das Bundesamt für Statistik hat heute den Bericht „Kantonale Stipendien und Darlehen 2012“ veröffentlicht. Die Zahlen sind alarmierend. Die Schweiz entfernt sich zunehmend von einem chancengerechten Zugang zur Bildung. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) wehrt sich gegen ein System, das keine Rücksicht auf den sozio-ökonomischen Hintergrund von ausbildungswilligen Personen nimmt.

Die Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) zeigt, dass das gesamtschweizerische Stipendienvolumen seit 1990 inflationsbereinigt um 8% abgenommen hat. Die Subventionen des Bundes sind von 100 Millionen im Jahr 1990 auf 25 Millionen im letzten Jahr gesunken. Gleichzeitig stieg die Anzahl Studierender und Lernender in der postobligatorischen Ausbildung in den letzten zehn Jahren um 30% an. Das schweizerische Bildungssystem basiert auf dem Grundgedanken, dass jede Person nach Fähigkeit und Neigung eine Ausbildung absolvieren kann. Das jetzige Stipendiensystem, mit tieferen Ausgaben für Stipendien bei gleichzeitiger Zunahme von Studierenden, untergräbt dieses in der Verfassung festgeschriebene Grundrecht. 2012 erhielten 9.4% der Studierenden und Lernenden der Tertiärstufe ein Stipendium. Um einem chancengerechten Zugang zur Bildung garantieren zu können, müssten 20% der Personen in Ausbildung finanziell unterstützt werden. Anscheinend möchte die Schweiz nicht die fähigsten Personen ausbilden, sondern diejenigen, welche es sich leisten können.

Der Bericht des BFS zeigt eine weitere Schwäche auf: die föderalistische Ausgestaltung des Stipendienwesens. So bekommt beispielsweise eine Person aus dem Kanton Neuenburg durchschnittlich 3955 Franken pro Jahr, während sie im Kanton Waadt mehr als das Doppelte, nämlich 9148 Franken, bekäme. Ob man eine Ausbildung absolvieren kann, hängt folglich vom Wohnkanton ab. Diese kantonale Ungleichbehandlung ist willkürlich und trägt den Fähigkeiten und Neigungen einer Person keine Rechnung. Mélanie Glayre, Vorstandsmitglied des VSS, sagt dazu: „Wir stellen fest, dass die Zahlen des BFS wieder einmal zeigen, dass das föderalistische Stipendiensystem einen chancengerechten Zugang zur Bildung verhindert“.

Der VSS hat im Januar 2012 die Stipendieninitiative eingereicht. Sie fordert, dass diese diskriminierenden kantonalen Unterschiede durch eine materielle und formelle Harmonisierung aus dem Weg geräumt werden. Zudem soll ein Stipendium, neben Erwerbstätigkeit und allfälliger Unterstützung durch die Familie, einen gewissen minimalen Lebensstandard sichern.

Der VSS ist ob der neuen Zahlen des Bundesamtes für Statistik bezüglich des Stipendienwesens entsetzt. Die Schweiz ist weit entfernt von einem chancengerechten Zugang zur Bildung, bei dem die Fähigkeiten und Neigungen einer Person im Zentrum stehen und nicht ihr sozio-ökonomischer Hintergrund. Der VSS appelliert an die Politikerinnen und Politiker, ihre Verantwortung im Bildungsbereich wahrzunehmen, für eine echte Chancengleichheit einzustehen und in ein faires Bildungssystem zu investieren. Weil Ausbildung Zukunft schafft! 

Schulung am 26. Oktober in Bern

Akkreditierungspool des VSS

Einladung für die Schulung „Qualitätssicherung und Akkreditierung: Grundlagen für angehende studentische ExpertInnen mit Fokus auf Fachhochschulen“

am  26. Oktober 2013 in Bern

Der Studentische Akkreditierungspool bietet am Samstag, 26. Oktober 2013, an der Universität Tobler in Bern (Lerchenweg 36 http://tinyurl.com/unitobler) eine Grundschulung für studentische ExpertInnen an. Die Teilnahme ist offen für alle interessierten Studierenden!

Voraussichtliches Programm

09:00 Begrüssung    (Kaffee und Gipfeli)

09:30 Einführung in die Hochschullandschaft der Schweiz

10:30 PAUSE

11:00 Grundlagen der Qualitätssicherung und Akkreditierung

12:00 Mittagspause (Verpflegung wird gestellt)

13:00 Qualitätssicherung und Akkreditierung an Fachhochschulen (Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung, OAQ)

15:00 PAUSE

15:15 Erfahrungsberichte und Ratschläge für studentische Expertinnen

16:15 Übung und Abschlussdiskussion

19:00 Apéro

Die Teilnahme an der Grundschulung ist eine Voraussetzung, um als studentische Expertin / studentischer Experte für ein Akkreditierungsverfahren vorgeschlagen zu werden! Erst nach der Schulung erfolgt die Aufnahme in den Pool. Nur so können wir gegenüber unseren PartnerInnen (Hochschulen und Akkreditierungsagenturen) unsere Versprechungen einlösen, als Studierende aktiv und kompetent unseren Beitrag für die Qualitätssicherung zu leisten.

Weitere Informationen folgen nach der Anmeldung.

Anmeldung und Auskunft: eva.moser@vss-unes.ch

Die Anmeldefrist ist der 20. Oktober 2013.

Im Wallis: Bildung nur für Reiche!

Medienmitteilung des VSS vom 4. Oktober 2013

Der Kanton Wallis plant Kürzungen im Umfang von 3.5 Mio CHF im Stipendienwesen und ist damit nicht der einzige. Die laufenden Debatten und Entscheide um Kürzungen sind besorgniserregend und gefährden den Bildungsstandort Schweiz. Zugang zur Bildung darf nicht vom sozio-ökonomischen Hintergrund einer Person abhängen, sondern muss allen nach Fähigkeiten und Neigungen gewährt werden. Eine qualitativ hochstehende Bildungslandschaft kann es sich nicht leisten, auf die Fähigkeiten von Personen zu verzichten, die aus finanziellen Gründen keine Ausbildung aufnehmen können. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) wehrt sich gegen Kürzungen im Bildungsbereich, welche die Chancengleichheit im Zugang zur Bildung weiter aushöhlen.

Die Regierung des Kantons Wallis schlägt dem Grossen Rat ein Budget für 2014 vor, das Kürzungen im Stipendienwesen von 3.5 Millionen, von 19.7 Mio auf 16.2 Mio Franken, vorsieht. Weniger Personen werden Stipendien beziehen können und die Stipendienbeträge werden gesenkt. Gerade Studierende aus dem Kanton Wallis absolvieren ihre Ausbildung ausserhalb ihres Kantons. Die Lebensunterhaltskosten sind somit höher. Kürzungen im Stipendienbereich treffen die Studierenden empfindlich.

Der Kanton Wallis ist nicht der einzige, welcher die Debatte um Kürzungen im Stipendienwesen führt. So wurde in den Kantonen St. Gallen und in Schaffhausen die Summe für Stipendien gesenkt, allerdings nicht in dem Ausmass. Der Kanton Luzern evaluiert momentan ein neues System. Ein Kaskadenprinzip soll eingeführt werden, welches zwar ein Grundstock an staatlichen Stipendien vorsieht, den Restbedarf jedoch über private Investoren decken will. Auch der Bund hat seine Ausgaben im Bereich des Stipendienwesen über Jahre hinweg immer wieder gesenkt.

Dem Bund und den Kantonen scheint nicht bewusst zu sein, was für Konsequenzen diese Kürzungen nach sich ziehen. Durch Kürzungen im Stipendienbereich haben Personen mit schwachem finanziellem Hintergrund noch weniger Chancen überhaupt eine Ausbildung machen zu können, welche ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Lea Oberholzer, Vorstandsmitglied des VSS, vertritt die Meinung, dass „nicht das Portemonnaie einer Person über den Zugang zur Ausbildung entscheiden soll, sondern die Fähigkeiten“. Die Schweiz kann es sich nicht leisten, freiwillig auf ein enormes Potential an Qualität, Innovation und Forschung zu verzichten, weil man durch ein ungerechtes Stipendiensystem fähigen Personen den Zugang zur Bildung verwehrt. Der Wirtschaftsstandort Schweiz würde dadurch längerfristig geschwächt. Durch Kürzungen im Stipendienwesen setzt man die Zukunft aufs Spiel.

Es führt kein Weg an einem gerechten Stipendiensystem vorbei, wenn man den Bildungsstandort Schweiz mit seiner hohen Qualität aufrechterhalten und fördern will.

Der VSS hat deshalb 2012 die Stipendieninitiative eingereicht. Sie sieht eine Vereinheitlichung des Stipendienwesens vor, einerseits sollen die Berechtigungskriterien, der Stipendienumfang und die Anzahl BerechtigteR nicht mehr kantonal geregelt werden, andererseits soll ein Stipendium, neben Erwerbstätigkeit und einer allfälligen Unterstützung durch die Familie, den minimalen Lebensstandard decken.

Der VSS fordert das Parlament des Kantons Wallis dazu auf, die Kürzungen im Stipendienwesen abzulehnen, für unser Bildungssystem einzustehen und die staatliche Verantwortung für die Chancengleichheit im Zugang zur Bildung zu tragen.

Weil Ausbildung Zukunft schafft!

 

Für den VSS

Lea Oberholzer (d/f)

Vorstandsmitglied 079 860 49 67

Mélanie Glayre (f/d)

Vorstandsmitglied 078 779 84 67

Pour une politique durable de la formation

Dans son communiqué de presse du 1er octobre 2013, l’OFS a présenté ses nouveaux scénarios concernant tous les niveaux de formation. Concernant le niveau tertiaire, si l’OFS prédit une hausse marquée des étudiant-e-s dans les hautes écoles spécialisées, il prévoit un recul modéré du nombre d’étudiant-e-s dans les hautes écoles universitaires, dû en partie à la stagnation du nombre de maturités gymnasiales et d’étudiant-e-s étrangers/ères. Cette prévision ne peut que rassurer les différent-e-s parlementaires et responsables de la formation qui semblent si inquiets/ètes de l’explosion du nombre d’étudiant-e-s qu’ils/elles ne cessent de demander des mesures de sélection à l’entrée des hautes écoles ! Ne parlons même pas de la vendetta à l’encontre des étudiant-e-s étrangers/ères, soit disant trop nombreux/ses, alors même que les chiffres officiels indiquent le contraire.

Pragmatiquement, ces prévisions confirment que comme constaté depuis longtemps déjà, la maturité représente une première sélection importante dans l’accès aux études supérieures. La Suisse, en comparaison européenne, accuse un des plus faible taux d’étudiant-e-s. Ceci principalement en raison de la forte sélection à l’œuvre au niveau du gymnase, qui affiche un taux de maturités de seulement 20%, là où nos pays voisins sont proches des 80%. Non seulement peu de jeunes accèdent aux études supérieures, mais de plus, une sélection est encore à l’œuvre lors de la première année de bachelor dans certaines branches d’études. Il n’en reste pas moins qu’une sur-occupation des auditoires dans certains cours est à constater, qui prétérite les conditions d’études. La question que nous devons nous poser, lorsque nous mettons cette constatation en relation avec les prévisions de l’OFS, est la suivante : la surpopulation présumée dans les hautes écoles n’est-elle pas due à une mauvaise gestion des infrastructures liée à une politique de la formation basée sur une vision à court terme? En effet, les problèmes de sur-occupation des auditoires dans certains domaines d’études ne sont pas apparus soudainement il y a quelques mois. Ils sont le résultat de choix en matière de gestion des infrastructures et de personnel qui ne laissent que peu de place aux besoins des étudiant-e-s en matière de salles et d’encadrement. Force est de constater que les moyens alloués aux hautes écoles ne sont pas suffisants pour permettre un développement durable de ces dernières, en matière d’infrastructures et de personnel. La tendance actuelle est de reporter ce manque de moyens sur les étudiant-e-s, via des taxes d’études élevées, en prétextant que ces rentrées d’argents permettront d’améliorer les conditions et la qualité des études; alors même que les taxes d’études sont censées être un émolument administratif.

Or, au lieu de régler les problèmes de « surpopulation » en sélectionnant via des moyens qui favorisent la reproduction sociale et creuse encore plus le fossé entre les strates socio-économiques de la population (augmentation des taxes d’études, numerus clausus, etc.), la Confédération et les cantons ne devraient-ils pas investir plus dans la formation afin de permettre aux hautes écoles de se développer et d’accueillir les futurs cerveaux qui feront la Suisse de demain ? En deux mots, pourquoi est-ce aux étudiant-e-s de subir au niveau financier et au niveau des conditions d’études, les choix discutables des responsables de la formation ? Il manque, au final, une vision sur le long terme d’une politique de la formation et les moyens de la soutenir.

– Mélanie Glayre est membre du comité exécutif de l’UNES depuis mars 2013. Avant cela, elle a été co-présidente de la Commission sociale de l’UNES et co-présidente de la FAE (Fédération des associations d’étudiant-e-s de l’Université de Lausanne). Elle est étudiante en Master en Lettres à l’UNIL –

L’UNES publie régulièrement des blogs des personnes actives et alumnis dans la langue correspondante. Les contributions représentent l’opinion de l’auteur-e.