Flüchtlinge an die Schweizer Hochschulen

Der VSS begrüsst die Absichtserklärung von swissuniversities vom 17.09.2015 im Bereich Zulassung für Flüchtlinge aktiv zu werden. In diesem Bereich besteht Handlungsbedarf. Neben der Zulassung gilt es auch andere Hürden für Geflüchtete, die ihr Studium fortsetzen möchten, abzubauen.

Der Zugang zu den Hochschulen ist für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen theoretisch gewährleistet. Jedoch sind die Zulassungskriterien häufig nur schwer zu erfüllen. Der VSS sieht Handlungsbedarf: es braucht einen erleichterten Zugang für Personen aus den Fluchtländern! Oft scheitert der Zugang bereits daran, dass die Geflüchteten ihren studentischen Hintergrund nicht beweisen können, oder die Abschlüsse von den Schweizer Hochschulen nicht anerkannt werden.

Die Zulassung ist aber nicht die einzige Hürde. Weitere Probleme sind die schlechte Informationslage, ungenügende Sprachkenntnisse oder finanzielle Hindernisse. In allen diesen Bereichen braucht es umfassende Hilfeleistungen. Es ist wichtig, dass wir uns alle solidarisch zeigen und mithelfen die Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Auch deshalb unterstützt der VSS den Aufruf von swissuniversities.

Die Zulassungsbedingungen liegen in der Autonomie der Hochschulen bzw. bei ihren Trägern. Diese Stellen sind gefordert alternative Zulassungen zu prüfen. Aus der Perspektive des VSS müssen ausserdem die erweiterten Problemfelder (Information, Sprache und finanzielle Unterstützung) angegangen werden. Hier sind Bund und Kantone in der Pflicht. Es besteht grosser und unmittelbarer Handlungsbedarf, es ist an der Zeit sich solidarisch zu zeigen. Bildung und Ausbildung sind Teil einer erfolgreichen Integration und diese ist von grundlegender Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Für den VSS

Friedrich Stucki (de)
Sarah Burckhardt (fr)

MM Flüchtlinge

Beitritt des VSS zur Bildungskoalition NGO

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS UNES USU) ist der Bildungskoalition NGO, einem Netzwerk von über 30 NGOs, beigetreten. Beide Organisationen wollen in Zukunft stärker zusammenarbeiten und ihren Einfluss auf die Bildungs- und Hochschulpolitik verstärken. In einer gemeinsamen Erklärung sind folgende Schwerpunkte vereinbart worden:

Partizipation
Der VSS und die Bildungskoalition NGO setzen sich für studentische Partizipation ein. Sie soll es den Studierenden und der Zivilgesellschaft erlauben, als vollwertige Partner (vgl. das Communiqué der europäischen Bildungsminister von Prag 2001) an Entscheidungen teilzunehmen und den Hochschulraum mitzugestalten – sei dies auf nationaler, internationaler, institutioneller oder fakultärer Ebene. Verbindliche Mitwirkungsstandards für Universitäten, ETH, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen sind ein gemeinsames Kernanliegen. Dazu gehört auch die Partizipation auf allen Ebenen der Qualitätssicherung. Zudem sind Bedingungen dafür zu schaffen, dass studentische Partizipation niederschwellig und unabhängig von den sozioökonomischen Verhältnissen möglich ist.

Siehe dazu auch die vor kurzem publizierten Mitwirkungsstandards an Schweizer Fachhochschulen (www.vss-unes.ch/fh-projekt/) die der VSS mit Unterstützung des SBFI erarbeitet hat.

Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit an Hochschulen geht über die ökologische Betriebsführung hinaus: Auch Lehre und Forschung werden im Sinne der nachhaltigen Entwicklung hinterfragt und weiterentwickelt. Studentische Initiativen sind vielerorts in diesen Belangen positiv aufgefallen oder gar als treibende Kraft identifiziert worden. Die Bildungskoalition NGO und der VSS engagieren sich gemeinsam für eine Hochschulkultur und -politik der nachhaltigen Entwicklung. Projekte wie „Sustainable Universities“ sind an allen Universitäten, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen markant auszubauen und zu professionalisieren (vgl. Bildungskoalition NGO, Position zu „Sustainable Universities“, 2015, http://www.bildungskoalition.ch/de/news/2015/03/16/sustainable-universities/). Nachhaltigkeitsbelange sollen in den Prozess der Qualitätssicherung und Akkreditierung weiter
einbezogen werden.

Transparenz und Compliance
Der VSS und die Bildungskoalition NGO sind der Ansicht, dass Bildung ein öffentliches Gut und ein Menschenrecht ist. Die Ökonomisierung der Hochschulen gefährdet die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung an Hochschulen. Deshalb fordern sie die vollumfängliche Transparenz als eine conditio sine qua non für den Umgang mit Drittmitteln an Hochschulen und die Begleitung von Drittmittelprozessen durch ein unabhängiges Gremium (vgl. das Positionspapier des VSS zu Drittmitteln, erscheint 2015).

Der VSS und die Bildungskoalition NGO erwarten seitens der Hochschulen die Errichtung und Einhaltung von hohen regulatorischen und ethischen Standards zur Compliance (vgl. Bildungskoalition NGO, Zukunfts-Agenda SBFI, 2014,
http://www.bildungskoalition.ch/de/news/2014/11/11/zukunftsagenda/).

Kontakt:
Oriana Schällibaum, Vorstand VSS, Tel. 079 303 43 52,
oriana.schaellibaum@vss-unes.ch
Ueli Bernhard, Geschäftsleitung Bildungskoalition NGO, Tel. 031 311 16 02,
info@bildungskoalition.ch

MM Bildungskoalition-VSS