Lausanner Studierende ohne nationale und internationale Vertretung

Die Delegiertenversammlung der Studierendenschaft der Universität Lausanne (FAE) hat am Montag entschieden, aus dem nationalen Dachverband auszutreten. Konsequenz davon ist, dass die Studierenden der zweitgrössten Westschweizer Universität auf nationaler und internationaler Ebene nicht mehr vertreten sind. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) bedauert diesen Beschluss und betont, dass eine nationale und solidarische Vertretung für die Verteidigung studentischer Interessen unabdingbar ist.

Die Konsequenzen für die Lausanner Studierenden sind schwerwiegend. Die fehlende Vertretung und somit Verteidigung ihrer Interessen auf nationaler Ebene hat zur Folge, dass ihre Stimme in den verschiedenen nationalen Organisationen (u.a. swissuniversities, SBFI, Schweizerische Hochschulkonferenz) nicht direkt vertreten wird. Ebenfalls verzichten sie auf die internationale Präsenz, für welche die Mitgliedschaft im VSS die Grundlage bietet und die – gerade in Zeiten des Bologna-Systems – äusserst wichtig ist, um die Studierenden auf faire und effiziente Art und Weise zu verteidigen. Nebst diesen Tätigkeiten ist der VSS in Bern auch auf Bundesebene aktiv, um nationale Entscheidungen zu beeinflussen und um die Studierenden gegenüber den Medien zu repräsentieren.

Der übereilte Austritt ist auch deshalb zu bedauern, weil Kritikpunkte der FAE bei der Strukturanpassung, die eben angenommen wurde und bald in Kraft tritt, berücksichtigt wurden. Die FAE will den VSS verlassen, um sich auf die Studierenden vor Ort zu konzentrieren. Aber bei diesem Anliegen darf nicht vergessen gehen, dass die FAE nicht nur Waadtländer Studierende vertritt. Um die Interessen aller ihrer Studierenden zu verteidigen, ist eine nationale Vertretung notwendig. Gabriela Lüthi, Vorstandsmitglied des VSS, fügt hinzu, “es ist schade, dass 13 Studierende, nur um die Ausgaben zu senken, dabei die Solidarität und die Verteidigung von studentischen Interessen in der Schweiz bei Seite lassen. Die Zusammenarbeit mit Studierendenschaften von möglichst vielen Hochschulen ist wichtig, damit die Anliegen der Studierenden auf nationaler und internationaler Ebene gehört und ernst genommen werden.”

Für den VSS,
Gabriela Lüthi (de)
Stephan Rodriguez (fr)

MM FAE verlässt VSS

Genfer Studierende treten dem VSS bei

Der VSS freut sich sehr, dass die CUAE der Universität Genf am Samstag dem VSS beigetreten ist. An der 166. Delegiertenversammlung wurde über ein Projekt zur Unterstützung von studentischen Flüchtlingen und über die Anpassung der Strukturen des VSS debattiert.

Die 166. Delegiertenversammlung des Verbands der Schweizer Studierendenschaften hat am Wochenende vom 22. – 24. April 2016 an der Universität Bern stattgefunden. Die Freude war sehr gross als die Delegierten des VSS am Samstagmorgen dem Beitritt des Studierendenverbandes der Universität Genf zugestimmt haben.

Ebenfalls haben die Delegierten am Sonntag eine neue Geschäftsleitung gewählt. Der Verband wird künftig von Gabriela Lüthi (Universität Fribourg), Josef Stocker (Universität Zürich) und Friedrich Stucki (Universität Bern) angeführt. Der Vorstand wird überdies neu durch Nina Beuret, Line Magnanelli (beide Universität Neuenburg) und Cosima Ruzzo (ETH Zürich) verstärkt.

Der VSS setzt sich für die Unterstützung studentischer Flüchtlinge auf ihrem Weg an die Hochschulen ein. Die DV hat die Ausrichtung des VSS-Projekts „Perspektiven – Studium“ debattiert und unterstützt die studentischen Initiativen, die in diesem Bereich aktiv sind oder es werden wollen. Im Zentrum der Unterstützung stehen die Entwicklung einer Schulung für studentische Mentoren, Vernetzungsarbeit sowie Grundlagenarbeit zum Thema und zu Best Practices.

Der Verband hat ferner eine Resolution zur Unternehmenssteuerreform III verabschiedet. Es wird befürchtet, dass es in Folge davon zu weiteren Sparmassnahmen im Bildungsbereich kommen wird. Der VSS verurteilt die Sparmassnahmen und wird sich entschieden, auf allen Ebenen dagegen einsetzen.

Die Statuten und Reglemente des VSS, welche in dieser Form seit 2014 in Kraft sind, wurden angepasst. Neu wird die Exekutive mit einem Vorstand aus sieben Personen zusammengesetzt, davon bilden zwei Personen das Co-Präsidium. Die Anpassung stärkt auch die Position der Kommissionsleitung, welche neu näher mit dem Vorstand zusammenarbeiten wird.

Für den VSS,

Gabriela Lüthi (fr)
Friedrich Stucki (de)

MM DV