Eine Schweizerin wird zukünftig den europäischen Studierenden vorstehen

Lea Meister als ESU-Vizepräsidentin gewählt – europäische Studierende unterstützen Stipendieninitiative

Die Delegiertenversammlung der European Students’ Union (ESU) hat Samstagnacht Lea Meister zur Vizepräsidentin gewählt. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) gratuliert Lea von ganzem Herzen. Gleichentags entschied die Versammlung, die Stipendieninitiative zu unterstützen.

Die European Students’ Union hat Lea Meister gestern Samstag in der Nacht an seiner Delegiertenversammlung in Jerewan, Armenien zur Vizepräsidentin gewählt. Lea Meister ist seit Juli 2014 Mitglied des ESU-Vorstandes. Sie wird ihr neues Amt am 1. Juli 2015 antreten. Zuvor war Lea Meister seit 2009 im VSS aktiv, und ab 2013 bis zu ihrer Wahl in den ESU Vorstand Mitglied des VSS-Vorstands. Davor engagierte sie sich als Co-Präsidentin der Kommission für Internationales und Solidarität (CIS) des VSS und vertrat diesen seit 2010 an der ESU-Delegiertenversammlung. Ausserdem war sie von 2012 bis 2014 Bolognaexpertin der CRUS. Lea war ebenfalls Co-Präsidentin der studentischen Körperschaft der Uni Basel (skuba) und aktives Mitglied ihrer Fachschaft. Der VSS freut sich ausserordentlich, dass eine seiner Alumni in den nächsten 12 Monaten der europäischen Studierendenschaft vorstehen wird. Lea ist eine hochmotivierte und äusserst kompetente Person und der VSS ist überzeugt, dass sie die europäischen Studierenden hervorragend repräsentieren wird.

Ebenfalls gewählt wurden Blazhe Todorovski aus Mazedonien als zweiter Vizepräsident und Fernando Palomares aus Spanien als Präsident. Neu gewählt wurde ebenso der Vorstand mit sieben Mitgliedern.

Weiter hat die ESU-Delegiertenversammlung einstimmig beschlossen, die Stipendieninitiative des VSS zu unterstützen. «Fairer Zugang zu Bildung ist von grösster Wichtigkeit. Mit der Stipendieninitiative des VSS würde die Schweiz diesen Zugang ermöglichen,» meint dazu Simone Widmer, Mitglied der Geschäftsleitung des VSS. ESU setzt sich wie der VSS seit jeher für einen fairen Zugang zur Bildung ein. Diese Haltung hat die Delegiertenversammlung mit ihrer Unterstützung der Stipendieninitiative einmal mehr bewiesen.
ESU supports the Swiss Grant Initiative

Simone Widmer (d/f) Iván Ordás Criado (f/d)

ESU_Board_2015-2016

Schweizer Studierende verurteilen neue Berner Studiengebührenregelung

Medienmitteilung vom 16.12.2014
Die Berner Universität wird ab Herbstsemester 2015 erstmals eine neue Regelung anwenden, die hunderte Studierende benachteiligen wird: Wer mehr als sechs Jahre ohne Abschluss studiert, dem werden jedes Semester die Studiengebühren verdoppelt. Nicht nur benachteiligt diese Regelung Studierende, die zur Studienfinanzierung arbeiten müssen, sie wird auch zu absurden Situationen führen. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) verurteilt die unfaire Neuerung.

Gemäss einer von der StudentInnenschaft der Universität Bern (SUB) durchgeführten Umfrage arbeiten heute 90% der Berner Studierenden. Viele von ihnen können deshalb nicht in der Regelstudienzeit studieren, einige benötigen mehr als sechs Jahre für den Bachelor. Diese Studierenden sind es auch, die von der neuen Regelung betroffen sein werden.

Zudem werden gerade jene Studierenden von der unfairen Regelung betroffen sein, die bereits andersweitig benachteiligt sind. Wer für Kinder sorgen muss, Studierende mit Behinderung, und Studierende, die aufgrund unerwarteter Schicksalsschläge ihr Studium verlängern müssen werden unter die neue Regelung fallen. Die Berner Studiengebührenregelung wird also jene hart treffen, die bereits heute benachteiligt sind, und sie weiteren finanziellen Problemen und zeitlichem Druckaussetzen.

Die Regelung enthält auch eine Härtefallregelung: Die Universitätsleitung kann in Härtefällen auf die Verdoppelung verzichten. Der VSS fordert die Berner Universitätsleitung aus den oben genannten Gründen auf, diese Härtefälle grosszügig und im Sinne der Studierenden zu definieren. Ansonsten droht, dass die Universität Bern benachteiligten Studierenden die Studiengebühren erhöht.

Ja zur Stipendieninitiative – indirekter Gegenvorschlag genügt den Studierenden nicht

Medienmitteilung des VSS vom 14.12.14

Am heutigen Sonntag hat die Delegiertenversammlung des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS) ohne Gegenstimme beschlossen, die Stipendieninitiative aufrechtzuerhalten. Die Initiative will, dass die 26 kantonalen Stipendienwesen harmonisiert werden. Heute unterscheiden sie sich massiv, so dass in jedem Kanton andere Regeln beim Zugang zu Stipendien gelten. Das ist unfair.

Die heutige, kantonale Stipendienvergabe ist unfair, weil zum Beispiel eine Studentin aus Nidwalden eine viel kleinere Chance auf ein Stipendium hat und viel weniger Unterstützung erhält als ein Waadtländer Student, selbst wenn beide an der Berner Fachhochschule studieren und ihre Familien gleich wenig Geld haben.

Der indirekte Gegenvorschlag löst das Problem der unfairen Stipendienvergabe nicht. Er gibt den Kantonen nur ein paar Grundregeln vor, welche Personen überhaupt Stipendien beziehen können. Die unfairen Unterschiede zwischen den Kantonen bleiben dabei aber bestehen.

Deshalb hat sich die Delegiertenversammlung des VSS ohne Gegenstimme entschieden, die Initiative aufrechtzuerhalten. Die rund 100 anwesenden Studierenden sehen keine Vorteile im Gegenvorschlag. Im Gegenteil: Nur mit der Stipendieninitiative gibt es eine Chance für ein faires Stipendienwesen.

Bei Fragen steht die Geschäftsleitung gerne zur Verfügung.

Kein Fairplay des Parlamentes beim Zugang zur Bildung

Medienmitteilung vom 12. Dezember 2014
Wer ein Stipendium braucht für seine Ausbildung an einer höheren Fachschule, Fachhochschule, ETH oder Universität, soll überall in der Schweiz die gleichen Chancen darauf haben. Heute hängt das vom Kanton ab. Das ist unfair. Und gerade bei Fachkräftemangel braucht es Leute mit Ausbildungen, die zu ihnen passen und nicht zum Portemonnaie der Eltern. Der verabschiedete Gegenvorschlag ist seines Inhaltes entleert worden und löst die Probleme nicht. Einzig die Stipendieninitiative des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS) ermöglicht ein einheitliches, nationales Stipendienwesen und damit einen fairen Zugang zur Bildung.

Mit der nun erfolgten Streichung des Artikels 15, dem minimalen Vollstipendium, durch die Einigungskonferenz erweist sich der Gegenvorschlag als beinahe gegenstandslos. Die
Bundesversammlung bekennt sich somit nicht zur Brisanz und Dringlichkeit des Problems.
Einerseits liegt die Kompetenz bei den Kantonen, was zu 26 völlig unterschiedlichen Stipendienwesen führt. Ob man ein Stipendium bekommt, hängt in erster Linie vom Wohnkanton ab und nicht von der finanziellen und sozialen Lage der Person. Andererseits ziehen sich Bund und Kantone laufend aus der Verantwortung zurück. So hat der Bund seine Subventionen in den letzten Jahren um 75% gekürzt.
Ein Stipendium soll es motivierten Personen, die die Fähigkeiten besitzen, eine höhere Ausbildung ermöglichen – nebst der Unterstützung durch die Familie und einer studienbegleitenden Erwerbstätigkeit.
Stipendien sind insbesondere dort notwendig wo es überhaupt nicht möglich ist einer Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung nachzugehen. Denn die meisten Studierenden, deren 75%, arbeiten neben dem Studium, dies ist aber beispielsweise bei einem Medizinstudium oder einem Bauingenieurstudium nicht möglich. Ein Stipendium dient also auch dazu, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den erfolgreichen Ausbildungsabschluss zeitnah zu ermöglichen. Dies stärkt am Ende auch den Wirtschafts – und Bildungsstandort Schweiz.
Darum setzt sich der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) für ein JA zur Stipendieninitiative ein – Weil Ausbildung Zukunft schafft!

Ungerechtfertigte Stipendienkürzungen im Kanton Wallis

Medienmitteilung des VSS vom 8. September 2014

Der Walliser Staatsrat hat heute beschlossen, die Stipendien und Darlehen um gesamthaft 1.2 Millionen Franken zu kürzen. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) findet, dass diese Streichung undemokratisch und unfair ist, da sie die Falschen trifft.

Der Entscheid kommt nur acht Monate, nachdem der Grosse Rat im Dezember 2013 ein ähnliches Anliegen bereits abgelehnt hat. Damals war eine Kürzung von 3.5 Millionen geplant. Zusätzlich werden nun auch noch die Beitragskriterien so angepasst, dass weniger Personen ein Stipendium erhalten.

Gerade Studierende aus dem Kanton Wallis absolvieren ihre Ausbildung meist ausserhalb ihres Kantons. Die Lebensunterhaltskosten sind somit höher. Kürzungen im Stipendienbereich treffen die Studierenden empfindlich. Viele sind auf die Ausbildungsbeiträge angewiesen, weil ihre Familien sie nicht genügend unterstützen können.

Gerade für Ausbildungen und Studiengängen, neben denen kaum gearbeitet werden kann, wie Medizin- und Ingenieursstudien, aber auch Berufsausbildungen an den höheren Fachschulen, bedeutet dies finanzielle Schwierigkeiten. Diese führen oft dazu, dass das Studium abgebrochen wird oder gar nicht erst begonnen wird.

Damit spart der Kanton Wallis effektiv bei den Falschen. Gerade so genannte MINT-Ausbildungen profitieren erheblich von Stipendien – also die naturwissenschaftlich-technischen Fächer, in denen heute tausende junge, gut ausgebildete Arbeitskräfte fehlen.

Undemokratische Kürzung

Dass der Staatsrat nun diese Systemänderung eigenständig auf dem Verordnungsweg durchführt, ist unverständlich. Das Kantonsparlament hat erst kürzlich ähnliche Änderungen abgelehnt. Dass die Kantonsregierung diese nun in abgeschwächter Form durchsetzt, ignoriert diesen Parlamentsbeschluss. In einem demokratischen Kanton darf so etwas nicht passieren. Schlimmer noch: Eine Vernehmlassung zu den Änderungen wurde nicht durchgeführt, es konnte also keine öffentliche Diskussion über die gravierenden Kürzungen stattfinden.

Stipendieninitiative hilft

Letztendlich bedeutet der Walliser Staatsratsentscheid, dass sich die Stipendiensysteme der Kantone weiter auseinanderentwickeln. Dies bedeutet, dass das Stipendiengesuch der Walliser Materialwissenschaftsstudentin an der ETH Zürich nicht nach den gleichen Kriterien beurteilt wird wie das ihres Studienkollegen aus Bern. Diese Unfairness muss beendet werden.
Die Stipendieninitiative des VSS ändert das. Neu sollen für alle dieselben Zugangsregeln gelten – egal, aus welchem Kanton sie kommen. Dies gelingt, wenn die Vergabekriterien für alle Kantone einheitlich festgelegt werden. Die Initiative kommt voraussichtlich nächstes Jahr vor das Stimmvolk.

Für weitere Informationen steht Ihnen die Geschäftsleitung des VSS gerne zur Verfügung.