Medienmitteilungen

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Pressemitteilung vom 10. September 2018

Am 12. September 2018 stimmen die Walliser Parlamentarierinnen und Parlamentarier ab über den Antrag von Jérémy Savioz, einem Abgeordneten der Grünen, der den Beitritt zum Interkantonalen Stipendienkonkordat fordert.
Der VSS unterstützt diesen Antrag, denn der Beitritt zum Konkordat ist von grosser Wichtigkeit für die Harmonisierung des Schweizer Stipendienwesens. Für die Walliser Studierenden können auf diesem Wege Chancengleichheit beim Hochschulzugang, die tatsächlich freie Wahl von Studienort und Studienfach sowie angemessene Lebensbedingen während des Studiums gewährleistet werden. Das Wallis ist der letzte Kanton der Romandie, der noch fehlt auf der Liste der Beitrittskantone.

Pressemitteilung

Der Artikel im „Bund“ und „Tagesanzeiger“ vom 20. Juni 2018 bezieht sich auf den Bildungsbericht 2018, der vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) am Vortag veröffentlicht wurde. Richtigerweise wird hervorgehoben, dass immer noch unterdurchschnittlich wenige Frauen in der Schweiz Toppositionen besetzen. Dies wird der mangelnden Wettbewerbsbereitschaft der Frauen zugeschrieben.

Die darin gemachten Schlussfolgerungen sind allerdings nicht repräsentativ für den Bericht, auf den sie sich zu stützen behaupten, und darüber hinaus sehr kritikwürdig. Denn der Bund verkennt die wirklichen Schwierigkeiten des weiblichen Geschlechts in der akademischen Welt und beschuldigt die Frauen, selber für die Ungleichheiten verantwortlich zu sein, denen sie ausgesetzt sind. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall, wie die Studie A challenge to the meritocratic principle and to women’s careers – And what to do about it. zeigt, die im Januar 2018 von der League of European Research Universities (LERU) veröffentlicht wurde. Wenn Frauen auch im Vergleich zur Zahl der BewerberInnen nur begrenzten Zugang zu den höchsten Ebenen in der akademischen Welt haben, liegt dies vor allem an impliziten Vorurteilen gegenüber des weiblichen Geschlechts, durch die sie während ihrer gesamten akademischen Laufbahn benachteiligt werden. Noch beunruhigender ist, dass das Problem in ganz Europa vorherrscht und sich die Situation trotz der unternommenen Anstrengungen nicht verbessert.

Der VSS setzt sich für eine Gewährleistung der Chancengleichheit für beide Geschlechter ein, das bedeutet gleichberechtigter Zugang, gleiche Erfolgsaussichten und gleiche Karrierechancen.

Der VSS fordert deshalb:

  • Sicherstellen, dass alle Hochschulen über kompetente und ausreichend ausgestattete Strukturen zur Förderung der Gleichstellung verfügen
  • Berücksichtigung von Gender- und Gleichstellungsaspekten bei jeder Entscheidung mit politischen oder strukturellen Konsequenzen für die Hochschule
  • Öffentliche Ausschreibung von Stellenangeboten und explizit an Frauen gerichtete Anzeigen. Darüber hinaus müssen potenzielle Kandidat*innen ausdrücklich aufgefordert werden, ihre Bewerbungen einzureichen.


  • Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
    Kontakt: Mathilde Jaccard, Vorstandsmitglied

    Der heutige Schweizer Wissenschaftsrat (SWR) forderte schon im Jahr 2006 eine Stipendien-harmonisierung, die kontinuierliche Wirkungsprüfung des Systems, sowie die Koordination zwischen Studiengebühren und den Instrumenten der Ausbildungsfinanzierung.

    In der Sitzung der WBK-N am 24.5.2018 hat der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) gemeinsam mit der Studierendenvereinigung der Uni Fribourg (AGEF) auf die nach wie vor nötigen Verbesserungen im Bereich von Stipendien und Studiengebühren hingewiesen. Auch während der heutigen interkantonalen Stipendienkonferenz (IKSK) wird der VSS die Position der Studierenden deutlich machen.

    „Der Bund sollte die im Rahmen des nationalen Finanzausgleichs drastisch gekürzten Ausgaben für die Stipendien schnellstmöglich wieder erhöhen. Dies ist die Grundlage dafür, dass Stipendien in ausreichender Höhe für alle zur Verfügung gestellt werden können, die darauf angewiesen sind“, betont Jonas Schmidt, Co-Präsident des VSS.

    Weitere Probleme müssen in Zusammenarbeit mit den kantonalen Ämtern angegangen werden: lange Bearbeitungszeiten, zu geringe Freibeträge (für ergänzende Erwerbsarbeit), aber auch die teilweise Umstellung auf Darlehen statt Stipendien, wie in Luzern und aktuell im Aargau. Diese Probleme verhindern einen reibungslosen und zügigen Ablauf des Studiums und sind ein Grund für Studienabbrüche.

    Der VSS fordert: Für alle Studierenden müssen die gleichen Rahmenbedingungen gelten. Und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern im Studienalltag. Finanzielle Hürden dürfen qualifizierte Personen nicht daran hindern ein Studium zu beginnen.

    Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
    Kontakt: Jonas Schmidt, Co-Präsident

    Chancengleichheit beim Zugang zur Hochschulbildung

    Anlässlich der Aktionswoche gegen Bildungsabbau möchten wir erneut betonen, dass die Chancengleichheit im Bereich der Hochschulbildung noch immer nicht erreicht ist. Ob eine Person an einer Hochschule studieren kann, hängt zu oft davon ab, welche Herkunft, soziale Stellung und finanziellen Mitteln sie hat.

    Deshalb begrüsst der VSS das Engagement der Studierenden, die sich in der Aktionswoche gegen Bildungsabbau für die Chancengleichheit eingesetzt haben. “In unseren Augen ist es beschämend, dass in einem Land wie der Schweiz Studierende einen Bildungsaufstand ausrufen müssen, um den allgemeinen Zugang zu etwas zu fordern, das allen zusteht.”, sagt Jonas Schmidt, Co-Präsident des VSS.

    Wir fordern hiermit die Entscheidungsträger_innen in Politik, Kantonen und Hochschulen auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und zu handeln und stellen folgende Forderungen:

  • Die Studiengebühren an den Schweizer Hochschulen dürfen nicht erhöht werden.
  • Das Stipendienwesen muss mit verpflichtenden Auflagen für die Kantone harmonisiert werden.
  • Der Gebührenerlass nach Bedürftigkeitsprüfung soll an allen Schweizer Hochschulen eingeführt werden, solange die Studiengebühren nicht abgeschafft werden.
  • Die studentische Partizipation und Mitbestimmung an den Hochschulen muss weiter ausgebaut werden.
  • Bund und Kantone müssen in Zukunft entsprechend den steigenden Studierendenzahlen mehr Mittel zugunsten der tertiären Bildung und der Forschung zur Verfügung stellen.
  • Kontakt: Jonas Schmidt, Co-Präsident

    Revision des Aargauer Stipendiengesetzes

    Das neue Stipendiengesetz ist nicht vereinbar mit der Chancengerechtigkeit, deshalb empfiehlt der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) es zur Ablehnung.

    Am 4. März 2018 entscheidet das Stimmvolk des Kantons Aargau über die Änderung des Stipendiengesetzes. Die Änderung wurde durch den Beitritt des Aargaus in das interkantonale Stipendienkonkordat notwendig. Ein an und für sich begrüssenswerter Schritt.

    Jedoch hat sich der Grosse Rat entschieden, zusätzlich zu den für den Beitritt notwendigen noch weitere Änderungen am Gesetz vorzunehmen. Nun soll ein sogenanntes Splittingmodell eingeführt werden. Hierbei würden Ausbildungsbeiträge (neu) zu zwei Dritteln als Stipendien und zu einem Drittel als zinsloses Darlehen an Studierende ausbezahlt werden. Ausserdem soll der jährliche Höchstbeitrag der Stipendien von CHF 17’000 auf 16’000 reduziert werden, und Doktorierende anstatt Stipendien nur noch Darlehen erhalten.

    Gemeinsam mit dem VSUZH und dem Dachverband der Aargauer Schülerorganisationen stellt sich der VSS aus folgenden Gründen gegen die Einführung dieses Modells:

    • Viele Studierende würden dann neben dem Studium arbeiten, anstatt sich zu verschulden. Das Splittingmodell wird für sie somit zu einer Verlängerung der Studienzeit führen. Für den Kanton entstehen hierdurch sowie durch die Darlehensbewirtschaftung Mehrkosten an Stelle der erhofften Einsparungen.
    • Es widerspricht der Chancengerechtigkeit, wenn ausgerechnet die finanziell schlechter gestellten Studierenden sich verschulden müssen.

    Dieses Modell ist nicht vereinbar mit dem Ziel, Bildung für alle zugänglich zu machen. Es hält potentielle Studierende von einer Hochschulbildung ab und wirkt sich daher sowohl auf den Wohlstand der Betroffenen als auch auf die Wirtschaft des gesamten Kantons negativ aus. Die stärkere Fokussierung auf Darlehen ist ein Schritt in die falsche Richtung. Die Opportunitätskosten eines Studiums sind hoch, da während der Studienzeit auf Einkommen verzichtet wird. Die Studierenden dürfen nicht für die Sanierung des Staatshaushaltes aufkommen.

    Für weitere Informationen wenden Sie sich an
    Jonas Schmidt, Co-Präsident des VSS

    MM zur Revision des Aargauer Stipendiengesetzes