Medienmitteilungen

Seite 9 von 54

Kein Sparen bei der Zukunft!

Stabilisierungsprogramm 2017-2019: Bildung und Forschung überproportional betroffen – Der Verband der Schweizer Studierendenschaften fordert: Keine weiteren Sparübungen im Bereich Bildung und Forschung!

Nach dem bereits viele Kantone Sparmassnahmen im Bildungsbereich angekündigt oder bereits durchgeführt haben ist nun der Bund an der Reihe. Im Rahmen des Stabilisierungsprogrammes 2017-2019 hat der Bundesrat angekündigt das Wachstum des Bereiches Bildung und Forschung deutlich zu verlangsamen.
Eine solide Hochschulfinanzierung ist die Vorraussetzung für eine vielfältige und qualitativ gute Hochschullandschaft Schweiz. Dasselbe gilt für die ganze Bildungslandschaft Schweiz.

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) setzt sich nach dem Motto „Bildung ist ein öffentliches Gut“ für eine Hochschulfinanzierung durch die öffentliche Hand ein. Damit wird erreicht, dass der Zugang zur Bildung für alle, unabhängig von der persönlichen finanziellen Lage, möglich ist. Die Schweizer Bevölkerung wächst in den nächsten Jahren weiter. Das heisst auch die Zahl der Studierenden wird weiter ansteigen. Deshalb ist es inhärent, dass durch eine Verlangsamung des Wachstums in der Bildungsfinanzierung durch den Bund, die Qualität der Bildung darunter leiden wird. Mit weiteren Einsparungen im Bildungsbereich steigt ebenfalls die Gefahr, dass die Finanzierung der Hochschulen auf die Studierenden abgewälzt wird.

Die Erhöhung der Bundesbeiträge muss mit dem Anstieg der Studierendenzahlen und dem Ausbau der Forschungsaktivitäten Schritt halten. Keine weiteren Sparübungen – auf allen Ebenen! Denn die Bildung ist die Zukunft der Schweiz!

Für den VSS

Simone Widmer (de)
Sarah Burckhardt (fr)

MM Stabilisierungsprogramm 2017-2019

Pressemitteilung zum Internationalen Tag der Studierenden

Für den VSS ist es grosses Anliegen am internationalen Tag der Studierenden einmal mehr den freien Hochschulzugang hervorzuheben. In Anbetracht der politischen Entwicklungen der letzten Jahre erscheint es äusserst wichtig auf die Bedeutung der Bildung für die Schweiz hinzuweisen.

In den letzten Jahren wurde die Welt der Hochschulbildung erschüttert. Viele Hochschulen waren mit Budgetkürzungen konfrontiert, die Bildungseinrichtungen sind überfüllt, manche gesellschaftlichen Schichten sind entweder gar nicht oder zu wenig an den Hochschulen präsent, ausländische Studierende sind diskriminierenden Reglementen unterworfen und Studierende sehen sich mit grossen Problemen bei der Wohnungssuche konfrontiert. Deshalb nimmt der internationale Tag der Studierenden eine wichtige Stellung als Weckruf für die Gesellschaft ein.

Einen freien Zugang zur Hochschulbildung sicherzustellen ist eines der Ziele des VSS. Zusätzlich zu sozio-ökonomischen Hindernissen existieren auch immer noch Probleme in der Mobilität. Es muss allen Studierenden möglich sein ohne grössere Schwierigkeiten im Ausland zu studieren. Um den freien Bildungszugang zu gewährleisten ist der freie Personenverkehr eine Priorität für den VSS. Die europäischen Austauschprogramme (ERASMUS+, SEMP) verkörpern ebendiesen freien Bildungszugang auf europäischer Ebene.

Während diesem Tag sollten wir auch an diejenigen denken, die nicht das Privileg haben an einer Hochschule zu studieren. Viele junge Menschen im Nahen Osten sind gezwungen ihr Herkunftsland zu verlassen. Der VSS vertritt deshalb die Meinung, dass wir Studierende, die nach Europa geflüchtet sind, unterstützen und ihnen die Möglichkeit bieten sollten, ihre Ausbildung zu beenden.

Was der VSS fordert:

  • Beitritt aller Kantone zum Stipendienkonkordat um das sozio-ökonomische Ungleichgewicht zu verringern (es fehlen noch: AI, NW, OW, SH, SO, SZ, VS, ZG)
  • Keine Diskriminierung ausländischer Studierender (insbesondere bzgl. Studiengebühren und Quoten)
  • Erleichterter Zugang zu den Schweizer Hochschulen für geflüchtete Personen
  • Vereinfachung der Erteilung von Visa und Aufenthaltserlaubnissen für Studierende
  • Schaffung von zusätzlichem Wohnraum für Studierende
  • Schaffung von zusätzlichen Studienplätzen

Für den VSS,

Stephan Rodriguez (fr)
Verantwortlicher für Internationales
079 630 69 07

Josef Stocker (de)
Co-Präsident der CIS
076 502 31 38

MM International Student Day

Flüchtlinge an die Schweizer Hochschulen

Der VSS begrüsst die Absichtserklärung von swissuniversities vom 17.09.2015 im Bereich Zulassung für Flüchtlinge aktiv zu werden. In diesem Bereich besteht Handlungsbedarf. Neben der Zulassung gilt es auch andere Hürden für Geflüchtete, die ihr Studium fortsetzen möchten, abzubauen.

Der Zugang zu den Hochschulen ist für Flüchtlinge und vorläufig aufgenommene Personen theoretisch gewährleistet. Jedoch sind die Zulassungskriterien häufig nur schwer zu erfüllen. Der VSS sieht Handlungsbedarf: es braucht einen erleichterten Zugang für Personen aus den Fluchtländern! Oft scheitert der Zugang bereits daran, dass die Geflüchteten ihren studentischen Hintergrund nicht beweisen können, oder die Abschlüsse von den Schweizer Hochschulen nicht anerkannt werden.

Die Zulassung ist aber nicht die einzige Hürde. Weitere Probleme sind die schlechte Informationslage, ungenügende Sprachkenntnisse oder finanzielle Hindernisse. In allen diesen Bereichen braucht es umfassende Hilfeleistungen. Es ist wichtig, dass wir uns alle solidarisch zeigen und mithelfen die Situation der Flüchtlinge zu verbessern. Auch deshalb unterstützt der VSS den Aufruf von swissuniversities.

Die Zulassungsbedingungen liegen in der Autonomie der Hochschulen bzw. bei ihren Trägern. Diese Stellen sind gefordert alternative Zulassungen zu prüfen. Aus der Perspektive des VSS müssen ausserdem die erweiterten Problemfelder (Information, Sprache und finanzielle Unterstützung) angegangen werden. Hier sind Bund und Kantone in der Pflicht. Es besteht grosser und unmittelbarer Handlungsbedarf, es ist an der Zeit sich solidarisch zu zeigen. Bildung und Ausbildung sind Teil einer erfolgreichen Integration und diese ist von grundlegender Bedeutung für die Zukunft unserer Gesellschaft.

Für den VSS

Friedrich Stucki (de)
Sarah Burckhardt (fr)

MM Flüchtlinge

Beitritt des VSS zur Bildungskoalition NGO

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS UNES USU) ist der Bildungskoalition NGO, einem Netzwerk von über 30 NGOs, beigetreten. Beide Organisationen wollen in Zukunft stärker zusammenarbeiten und ihren Einfluss auf die Bildungs- und Hochschulpolitik verstärken. In einer gemeinsamen Erklärung sind folgende Schwerpunkte vereinbart worden:

Partizipation
Der VSS und die Bildungskoalition NGO setzen sich für studentische Partizipation ein. Sie soll es den Studierenden und der Zivilgesellschaft erlauben, als vollwertige Partner (vgl. das Communiqué der europäischen Bildungsminister von Prag 2001) an Entscheidungen teilzunehmen und den Hochschulraum mitzugestalten – sei dies auf nationaler, internationaler, institutioneller oder fakultärer Ebene. Verbindliche Mitwirkungsstandards für Universitäten, ETH, Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen sind ein gemeinsames Kernanliegen. Dazu gehört auch die Partizipation auf allen Ebenen der Qualitätssicherung. Zudem sind Bedingungen dafür zu schaffen, dass studentische Partizipation niederschwellig und unabhängig von den sozioökonomischen Verhältnissen möglich ist.

Siehe dazu auch die vor kurzem publizierten Mitwirkungsstandards an Schweizer Fachhochschulen (www.vss-unes.ch/fh-projekt/) die der VSS mit Unterstützung des SBFI erarbeitet hat.

Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit an Hochschulen geht über die ökologische Betriebsführung hinaus: Auch Lehre und Forschung werden im Sinne der nachhaltigen Entwicklung hinterfragt und weiterentwickelt. Studentische Initiativen sind vielerorts in diesen Belangen positiv aufgefallen oder gar als treibende Kraft identifiziert worden. Die Bildungskoalition NGO und der VSS engagieren sich gemeinsam für eine Hochschulkultur und -politik der nachhaltigen Entwicklung. Projekte wie „Sustainable Universities“ sind an allen Universitäten, Fachhochschulen und pädagogischen Hochschulen markant auszubauen und zu professionalisieren (vgl. Bildungskoalition NGO, Position zu „Sustainable Universities“, 2015, http://www.bildungskoalition.ch/de/news/2015/03/16/sustainable-universities/). Nachhaltigkeitsbelange sollen in den Prozess der Qualitätssicherung und Akkreditierung weiter
einbezogen werden.

Transparenz und Compliance
Der VSS und die Bildungskoalition NGO sind der Ansicht, dass Bildung ein öffentliches Gut und ein Menschenrecht ist. Die Ökonomisierung der Hochschulen gefährdet die Unabhängigkeit von Lehre und Forschung an Hochschulen. Deshalb fordern sie die vollumfängliche Transparenz als eine conditio sine qua non für den Umgang mit Drittmitteln an Hochschulen und die Begleitung von Drittmittelprozessen durch ein unabhängiges Gremium (vgl. das Positionspapier des VSS zu Drittmitteln, erscheint 2015).

Der VSS und die Bildungskoalition NGO erwarten seitens der Hochschulen die Errichtung und Einhaltung von hohen regulatorischen und ethischen Standards zur Compliance (vgl. Bildungskoalition NGO, Zukunfts-Agenda SBFI, 2014,
http://www.bildungskoalition.ch/de/news/2014/11/11/zukunftsagenda/).

Kontakt:
Oriana Schällibaum, Vorstand VSS, Tel. 079 303 43 52,
oriana.schaellibaum@vss-unes.ch
Ueli Bernhard, Geschäftsleitung Bildungskoalition NGO, Tel. 031 311 16 02,
info@bildungskoalition.ch

MM Bildungskoalition-VSS

Bundesrat und Kantone in der Pflicht

Die Mehrheit des Stimmvolkes hat sich für den Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative und das Konkordat ausgesprochen. Nun müssen die Verantwortlichen halten, was sie in den letzten Monaten versprochen haben.

Ein Erfolg ist das klare Bekenntnis zu einer notwendigen Verbesserung des bestehenden Stipendiensystems. die Diskussion um die Abstimmung hat gezeigt, dass die Mehrheit des Stimmvolks dieses Ziel klar unterstützt. Es ist dem Druck der Initiative zu verdanken, dass sich im Abstimmungskampf auch die Initiativgegner klar für ein faireres Stipendiensystem ausgesprochen haben. Das gilt insbesondere für Bundesrat Schneider-Ammann, der wiederholt erklärt hat, die Anliegen der Initiative würden bereits mit dem Konkordat erfüllt.

Der Souverän beauftragt mit dem heutigen Ergebnis die Kantone, dem auch Folge zu leisten. Der VSS fordert, dass die mit dem Konkordat angestrebte Ausweitung der Stipendien im Zuge der Anpassungen in den kantonalen Gesetzen umgesetzt wird. Das Konkordat strebt einen BezügerInnenanteil von 15-20% der Studierenden an, um den Bedarf an Ausbildungsbeiträge abzudecken. „Das heutige Votum stärkt dem Konkordat den Rücken. Nun müssen auch die restlichen Kantone diesem beitreten, um ein faireres Stipendiensystem zu ermöglichen“, sagt Lea Oberholzer vom Verband der Schweizer Studierendenschaften.

„Wir werdne uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass eine höhere Ausbildung schlussendlich nicht vom Portemonnaie der Eltern oder deren Wohnort abhängt“, resümiert Lea Oberholzer. Der VSS werde die Umsetzung des Konkordats genau überprüfen. Es sei unabdingbar, dass die gegebenen Versprechen eingehalten werden.

Für den VSS

Lea Oberholzer (de)Iván Ordás Criado (fr)

MM Stipendieninitiative Abstimmungssonntag