Nein zu höheren Studiengebühren: ein Film von VSS-UNES.

Gleich zwei Vorstösse im Schweizer Parlament sorgen derzeit für Unmut bei den Studierenden. Zwar wurden sie von VertreterInnen ganz unterschiedlicher Parteien eingereicht, fordern aber beide fast das Gleiche: Die Motion Keller zielt auf eine generelle Verdoppelung der Studiengebühren für ausländische ETH-Studierende ab. Die parlamentarische Initiative Nordmann verlangt, dass die Studiengebühren an den ETH für Studierende mit Eltern ohne Steuerdomizil in der Schweiz bis zu verdreifacht werden. Beide wollen sie eine nicht zu rechtfertigende Ungleichbehandlung zwischen Studierenden einführen. Sie verschlimmern damit die Chancenungleichheit erneut.

Auch an den Fachhochschulen und den kantonalen Hochschulen sind Diskussionen um die Erhöhung von Studiengebühren an der Tagesordnung – es handelt sich also um kein ETH-spezifisches Problem. Auf allen Ebenen wird versucht, mit immer höheren Studiengebühren die Finanzierung von Hochschulen zu privatisieren und den Zugang zur Hochschulbildung einzuschränken.

Diese Entwicklungen sind nicht akzeptabel. Sie gefährden die Chancengleichheit und den freien Zugang zur Bildung. Jede und jeder soll entsprechend ihrer und seiner Fähigkeiten und Neigungen eine tertiäre Ausbildung in Angriff nehmen können – unabhängig von der Dicke des Portemonnaies. Anstatt endlich Lösungsansätze zu entwickeln, um eine angemessene öffentliche Finanzierung der Hochschulen sicherzustellen, werden mit diesen parlamentarischen Vorstössen wieder einmal die Studierenden in die (finanzielle) Verantwortung gezwungen.

Anlässlich seiner 159. Delegiertenversammlung hat der VSS in einer Aktion seinen Unmut gegenüber den vorgeschlagenen Studiengebührenerhöhungen kundgetan. Der VSS ist mit den aktuellen Entwicklungen nicht einverstanden und wehrt sich dagegen, dass Studierenden zum Spielball der Politik gemacht werden Es darf nicht sein, dass nur noch Kindern reicher Eltern der Zugang zur tertiären Bildung haben. Studierende aus ganz Europa teilen diese Ansicht, indem sie am 64. Boardmeeting der European Students Union in Budapest ihre Unterstützung in einer Resolution zum Ausdruck gebracht haben (http:https://www.vss-unes.ch/2013/05/01/2323/).

Die vorgeschlagene Erhöhung der Studiengebühren würde zu weniger internationalen Studierenden in der Schweiz führen und die kulturelle Vielfalt gefährden. Studierende aus dem Ausland werden es sich nicht mehr leisten können, in die Schweiz zu kommen. Studiengebühren sind sozial ungerecht, selektiv und unverhältnismässig. PolitikerInnen auf kantonaler, auf Bundesebene und in Europa sind aufgerufen,  die Unentgeltlichkeit der Hochschulbildung einzuführen sich endlich für eine wahre Chancengleichheit einzusetzen.

Der Kurzfilm ist hier abrufbar.