Sehr geehrter Herr Schöchli

Mit Interesse haben wir die Berichterstattung bezüglich der nationalen Diskussion zu den Einsparungen im Hochschul- bzw. Bildungsbereich der Neuen Zürcher Zeitung der vergangenen Tage verfolgt. Dabei ist uns vor allem Ihr Kommentar “Schweizer Universitäten erhöhen ihre Semestergebühren – das ist kein Skandal” vom 12. März 2018 aufgefallen. Sie kritisieren die Finanzierung des Studiums durch den Staat und stellen die Studierenden der Schweizer Hochschulen als verwöhnte Schnösel Prestige strotzender Eltern dar, denen die Privilegien bereits in die Wiege gelegt werden. Hierzu möchte der Verband der Schweizer Studierendenschaften einige Richtigstellungen anbringen.

Wie in Ihrem Kommentar vom 12. März richtig festgestellt wird, profitiert die Schweiz enorm von StudienabgängerInnen. Sie stellen nicht nur eine wichtige Steuerquelle für den Staat dar, sondern sind auch der Garant der ökonomischen Zukunft der Schweiz. Da der Schweiz ausgedehnte Rohstoffvorkommen fehlen, betonen Politikerinnen und Politiker immer wieder die Bedeutung des Innovationsstandorts Schweiz. Basis dafür ist eine gut ausgebildete Bevölkerung: die HochschulabsolventInnen sind ein essentielles wirtschaftliches Standbein der Schweiz. Wer an einer Hochschule studiert, weiss jedoch, wie beschwerlich der Weg zum Abschluss ist. Natürlich gibt es die privilegierten Akademikerkinder, die mit einer Studiengebührenerhöhung keinerlei Probleme haben, doch diese sind bei Weitem in der Minderheit. Bereits heute arbeitet ein Grossteil der Studierenden neben dem Studium, laut BFS sind es 75% [1]. In vielen Fällen sind die Studierenden im Servicebereich tätig oder in anderen Berufsfeldern, in denen sie keinesfalls Erfahrungen für die zukünftige Berufswelt sammeln: Es sind Jobs, die den Studierenden ihre Existenz sichern.

Gebühren zwischen 1’000 und 4’000 Franken im Jahr mögen auf den ersten Blick nicht so hoch wirken. Doch die Studiengebühren stellen lange nicht die einzige finanzielle Herausforderung für Studierende dar. Das Stipendienwesen der Schweiz gleicht immer noch einer grossen Baustelle – je nach Kanton mag die Stipendiensituation akzeptabel sein oder aber desaströs, von fairen Bedingungen für ein Studium ist man weit entfernt. Bereits jetzt erhöhen mangelnde studentische Wohnangebote, steigende Kosten bei den öffentlichen Verkehrsmitteln und weitere Ausbildungskosten wie Bücher und Laborkosten den finanziellen Druck auf die Studierenden. Wie Sie in Ihrem Kommentar richtig feststellen, soll niemandem aus finanziellen Gründen ein Hochschulstudium verwehrt werden. Leider ist die Schweiz hiervon in der aktuellen Situation weit entfernt. Wenn das Stipendienwesen endlich genormt und stabil finanziert ist, wenn Lösungen für die angespannte Wohnsituation in den Städten gefunden sind und fair bezahlte Nebenjobs geschaffen worden sind, dann können wir wieder über Studiengebührenerhöhungen reden. Aber in der aktuellen Situation treffen sie die Ärmsten und treiben die Schweiz immer weiter vom Ideal der Chancengleichheit weg. Vielleicht können Sie, Herr Schöchli, dann in ein paar Jahren dafür über die privilegierten Studierenden wettern, weil nur noch sie es an die Hochschule schaffen – aber die Zukunft der Schweiz trägt dabei einen enormen Schaden davon.

Freundliche Grüsse
Der Verband Schweizer Studierendenschaften

[1] https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bildung-wissenschaft/personen-ausbildung/soziale-wirtschaftlichelage-studierenden.html

Stellungnahme VSS, 15.03.2018

Runder Tisch „Studentisches Wohnen“


Am 1. März 2018 haben Personen aus dem Fachbereich „Studentisches Wohnen“ gemeinsam mit studentischen Vertreter_innen die Problematik diskutiert und Lösungsvorschläge für die Zukunft ausformuliert.

Der VSS möchte alle dafür zuständigen Stellen daran erinnern, dass geeigneter und bezahlbarer Wohnraum für einen erfolgreichen Studienabschluss notwendig ist.

Mehr Details

Nachhaltigkeitsexpert*innen fallen nicht vom Himmel.

    Eine gute Ausbildung erfordert, dass sich Studierende kritisch mit gesamtgesellschaftlichen Fragenstellungen auseinandersetzen können. Welche Kompetenzen sind für studentisches Engagement grundlegend? Wie können diese vermittelt werden? Weshalb sind sie auch in der späteren Berufspraxis relevant? Diese Fragen stehen am Sustainable University Day 2018 (22. März 2018), der Jahrestagung des Förderprogramms U Change, im Zentrum. Ziel dieser Tagung ist auch, die nötigen Rahmenbedingungen zu diskutieren, um Studierende in ihrem Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Laufende U Change- und weitere BNE-Projekte dienen als Beispiele.

    Anmelden kann man sich noch bis am 15. März 2018 unter www.u-change.ch

Revision des Aargauer Stipendiengesetzes

Das neue Stipendiengesetz ist nicht vereinbar mit der Chancengerechtigkeit, deshalb empfiehlt der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) es zur Ablehnung.

Am 4. März 2018 entscheidet das Stimmvolk des Kantons Aargau über die Änderung des Stipendiengesetzes. Die Änderung wurde durch den Beitritt des Aargaus in das interkantonale Stipendienkonkordat notwendig. Ein an und für sich begrüssenswerter Schritt.

Jedoch hat sich der Grosse Rat entschieden, zusätzlich zu den für den Beitritt notwendigen noch weitere Änderungen am Gesetz vorzunehmen. Nun soll ein sogenanntes Splittingmodell eingeführt werden. Hierbei würden Ausbildungsbeiträge (neu) zu zwei Dritteln als Stipendien und zu einem Drittel als zinsloses Darlehen an Studierende ausbezahlt werden. Ausserdem soll der jährliche Höchstbeitrag der Stipendien von CHF 17’000 auf 16’000 reduziert werden, und Doktorierende anstatt Stipendien nur noch Darlehen erhalten.

Gemeinsam mit dem VSUZH und dem Dachverband der Aargauer Schülerorganisationen stellt sich der VSS aus folgenden Gründen gegen die Einführung dieses Modells:

  • Viele Studierende würden dann neben dem Studium arbeiten, anstatt sich zu verschulden. Das Splittingmodell wird für sie somit zu einer Verlängerung der Studienzeit führen. Für den Kanton entstehen hierdurch sowie durch die Darlehensbewirtschaftung Mehrkosten an Stelle der erhofften Einsparungen.
  • Es widerspricht der Chancengerechtigkeit, wenn ausgerechnet die finanziell schlechter gestellten Studierenden sich verschulden müssen.

Dieses Modell ist nicht vereinbar mit dem Ziel, Bildung für alle zugänglich zu machen. Es hält potentielle Studierende von einer Hochschulbildung ab und wirkt sich daher sowohl auf den Wohlstand der Betroffenen als auch auf die Wirtschaft des gesamten Kantons negativ aus. Die stärkere Fokussierung auf Darlehen ist ein Schritt in die falsche Richtung. Die Opportunitätskosten eines Studiums sind hoch, da während der Studienzeit auf Einkommen verzichtet wird. Die Studierenden dürfen nicht für die Sanierung des Staatshaushaltes aufkommen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an
Jonas Schmidt, Co-Präsident des VSS

MM zur Revision des Aargauer Stipendiengesetzes

Dossier zur Medienkonferenz vom 21. Februar 2018

Lancierung der Webseite www.perspektiven-studium.ch

Heute hat der Verband der Schweizer Studierendenschaften VSS www.perspektiven-studium.ch lanciert. Damit verbessert er aktiv den Zugang zu Informationen für studentische Geflüchtete. Durch einen Hackathon crowdsourcen wir nun Expertise aus verschiedenen Kantonen und Fachbereichen um die Webseite zu perfektionieren. Information allein reicht nicht aus! Deshalb tragen Botschafter*innen das Anliegen der Potenzialnutzung in die kommende Frühlingssession.

Um ihr Potenzial voll ausschöpfen und um autonome Entscheidungen treffen zu können, brauchen Geflüchtete Informationen. Die Webseite führt Geflüchtete Schritt für Schritt durch all die Fragen, die sich vor der Aufnahme eines Studiums stellen.

Unsere Botschafter*innen und Unterstützer des Projekts aus dem Projektbeirat und der Politik äussern sich zum Hochschulzugang Geflüchteter.

Pressemappe Lancierung Webseite
MM Lancierung Webseite

Presse

  • Neue Webseite für Flüchtlinge mit Studienabsichten lanciert. Ab sofort können sich Flüchtlinge, die ihr abgebrochenes Studium an einer Schweizer Hochschule fortsetzen wollen, über eine eigens für sie geschaffene Webseite informieren. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) will auch die Politik sensibilisieren. Der iranische Geowissenschaftsstudent Imaan Diedari erklärt zu Beginn des Beitrags, weshalb es so wichtig ist, dass er sein Studium in der Schweiz abschliessen kann. St. Galler Tagblatt, 21.2.2018
  • Neue Webseite für Flüchtlinge mit Studienabsichten lanciert. bluewin, 21.2.2018
  • Un outil pour faciliter aux réfugiés l’accès aux études. Afin de soutenir les réfugiés dans leurs démarches pour accéder à l’enseignement supérieur, un site web participatif a été mis sur pied par l’UNES. 20 minutes, 21.2.2018
  • Un outil pour faciliter aux réfugiés l’accès aux études. Afin de soutenir les réfugiés dans leurs démarches pour accéder à l’enseignement supérieur, un site web participatif a été mis sur pied par l’UNES. Le matin, 21.2018
  • Les réfugiés doivent pouvoir accéder plus facilement aux études universitaires. Pour les aider dans cette voie, l’Union des étudiants de Suisse (UNES) a lancé un site Internet qui permet aux personnes concernées d’accéder aux informations utiles et de prendre en main leur situation. Tribune de Genève, 21.2018
  • Un outil pour faciliter aux réfugiés l’accès aux études. ArcInfo, 21.2018
  • http://le-monde.ddns.net/nouvelles/un-outil-pour-faciliter-aux-refugies-lacces-aux-etudes
  • http://www.suissorama.com/un-outil-pour-faciliter-aux-refugies-lacces-aux-etudes/