Ökonomisierungspapier

Ein Überblick über bildungs- und wirtschaftspolitische Prozesse und deren Analyse aus Sicht der Studierenden.
Verabschiedet an der 155. Delegiertenversammlung des VSS in Basel.

„In der sogenannten Bologna-Ära und der Zeit von grossen und kleinen Paradigmenwechseln in der Hochschullandschaft wird über Effizienz, Qualität und Exzellenz philosophiert, werden neue Wege ausprobiert und supranationale Konventionen ausgehandelt. Dabei wird auf Harmonisierung und Innovation gesetzt; Wissen wird als Ressource, Wachstumsfaktor und marktwirtschaftliches Element definiert, das nachhaltig und zukunftssichernd sein soll.
Der Verband Schweizer Studierendenschaften (VSS) bewegt sich als politische Organisation und Vertretung der Studierenden in diesem Umfeld und weist kritisch auf die politische Intention und die Diskrepanz zwischen ihr und der strukturellen Umsetzung hin. Zentral ist, dass die Forderung nach Demokratisierung und offenem, fairen Zugang zur Bildung auch heutzutage von höchster gesellschaftlicher Relevanz ist. Was uns als Ökonomisierungstendenz begegnet, hat reale Folgen auf die Bildungsstrukturen und auf die gesellschaftliche Realität.
Bildung ist ein öffentliches Gut, das allen nach Neigung und Fähigkeit zugänglich sein soll. Diesem Prinzip ist der VSS klar verpflichtet. Auf allen Ebenen setzt sich der Verband ein, um Chancengleichheit beim Bildungszugang zu ermöglichen und zu fördern. Seit Jahrzehnten bezieht der VSS klar Stellung gegen die Privatisierung und die Ökonomisierung und ihre Auswirkungen in der Hochschulbildung, fordert Mitbestimmung und Transparenz. In diesem Bereich herrscht in der Schweiz grosser Nachholbedarf und im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen ist es notwendig, die Interessen der Studierenden zu formulieren. Ausgehend von bisher erarbeiteten Positionen und fortlaufender kritischer Analyse und Reflexion bezieht der VSS in diesem Papier Stellung zu der zunehmenden Ökonomisierung der Bildung. Dieses Papier gibt einen kurzen Überblick über den theoretischen Hintergrund, geht auf den Begriff des Bildungsmarktes ein und beschreibt europäische Prozesse wie GATS, Lissabon und Bologna und ihre Auswirkungen auf die Schweizer Hochschullandschaft.
Die Effekte auf die soziale Dimension werden im Papier nur angedeutet; dazu hat der VSS umfängliche Arbeiten und Positionen verfasst, auf die im Folgenden verwiesen wird. Dies gilt ebenfalls für die Diversität der Hochschultypen in der Schweiz, auf welche grundsätzlich Rücksicht genommen aber nicht explizit eingegangen wird.“

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