Studentische Partizipation an FH

Was heisst studentische Partizipation und wie wird sie gelebt?
Studentische Partizipation heisst Mitsprache, Mitbestimmung und Mitwirkung der Studierenden innerhalb einer Hochschule. Es bedeutet, dass die Studierenden aktiv in relevante Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse miteinbezogen werden. Während die Universitäten auf eine lange und etablierte Tradition von Studierendenorganisationen zurück blicken, stecken die jungen Fachhochschulen (FH) diesbezüglich noch in den Kinderschuhen. Zwar existieren an den meisten der sieben öffentlichen FH in der Schweiz Organisationen, welche die Interessen und Anliegen der Studierenden vertreten. Die Mitwirkungskultur ist jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt an den einzelnen (Teil-)Schulen. Einige kämpfen mit personellen und finanziellen Ressourcen, andere fokussieren auf die Veranstaltung von sozialen Events, ohne an der hochschulpolitischen Entscheidungsfindung mitzuwirken. Teilweise wird ihnen das gesetzlich verankerte Mitbestimmungsrecht auch von Seiten der FH-Leitung nur beschränkt gewährt.

Der VSS setzt sich dafür ein, dass die studentische Partizipation an den FHs gefördert wird.

Welche Rahmenbedingungen braucht studentische Partizipation?
Damit eine Studierendenorganisation ihrem Auftrag der Interessensvertretung gerecht werden kann, benötigt sie bestimmte Voraussetzungen. Dazu gehören folgende Aspekte:

  • Gründung einer Körperschaft, z.B. Verein
  • Anerkennung durch die Hochschulleitung als primäre Ansprechpartnerin bei Fragen und Themen, welche die Studierenden betreffen
  • Reglemente, die insbesondere das Wahlprozedere und die Verwendung der Mittel genau regelt
  • Genügend personelle und finanzielle Ressourcen
  • Ausreichende Infrastruktur

Eine fundierte Zusammenfassung für Standards der studentischen Partizipation an Fachhochschulen hat der VSS in einer Broschüre zusammengefasst.

Hier finden sich – thematisch geordnet – einige Links, die für Studierendenorganisationen und andere Menschen, die sich für die studentische Mitbestimmung interessieren, nützlich sein könnten. Dazu gehören insbesondere die gesetzlichen Grundlagen auf nationaler und kantonaler respektive schulischer Ebene.

Gesetzliche Grundlagen:

  • Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetz (HFKG), in Kraft seit 01.01.2015
    In Artikel 30 werden «angemessene Mitwirkungsrechte aller Hochschulangehörigen» (dazu gehören die Studierenden als zahlenmässig grösste Gruppe) als Voraussetzung für die Akkreditierung einer Hochschule festgehalten (Punkt 4).
    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20070429/201501010000/414.20.pdf
  • An allen FHs bestehen gesetzliche Grundlagen und schulspezifische Vereinbarungen, die wichtige Bestimmungen enthalten zu den Mitwirkungsrechten der Studierenden:
  • Zürich ZHAW, ZHdK, HWZ
  • Bern BFH
  • FHNW
  • FHO (3 Schulen)
  • HES-SO
  • HSLU
  • SUPSI
  • ZGB Art. 60ff.(Vereine)

    Die Rolle des VSS
    Der VSS setzt sich dafür ein, dass sich an den Fachhochschulen eine Kultur der Partizipation etabliert, die ihrem Namen gerecht wird. Auf nationaler Ebene engagiert sich der VSS dafür, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen die studentische Partizipation begünstigen. Ausserdem unterstützt er die Studierendenorganisationen in ihrer Tätigkeit, in dem er Wissen bereit stellt und den Erfahrungsaustausch ermöglicht.

    Bei Fragen und Anliegen hilft der VSS gerne weiter!