Info und Geschichte

Info
Qualitätssicherung
Qualität ist im Kontext von Hochschulen nicht einmalig und abschliessend definierbar. Gleichwohl ist die Qualitätssicherung, als wichtiger Bestandteil des Bologna-Prozesses, das Ziel einer Akkreditierung. Dies bedeutet, die Spezifika einer Hochschule in Betracht zu ziehen, während ihre Strategie, ihre Ziele und ihre Mechanismen beleuchtet werden. Es geht weniger um das Erreichen eines qualitativ guten Endzustands, als um die kontinuierliche Entwicklung der universitären Qualitätskultur unter Berücksichtigung spezifischer Standards

Akkreditierung
Eine Akkreditierung kann als Überprüfung der Qualität oder des Qualitätssicherungssystems einer Hochschule verstanden werden. Das Hochschulförderungs- und –koordinations-gesetz (HFKG) schreibt die institutionelle Akkreditierung als Voraussetzung für den Zuspruch von Bundesgeldern sowie das Bezeichnungsrecht als Universität oder Fachhochschule vor. Die Schweizerische Agentur für Akkreditierung und Qualitätssicherung (AAQ) bezeichnet die Akkreditierung als dynamischen Prozess der Qualitätssicherung.
Es wird unterschieden zwischen institutioneller Akkreditierung, bei der eine Hochschule als Ganzes unter die Lupe genommen wird oder einer Programmakkreditierung, bei der Gegenstand der Evaluation ein spezifischer Studiengang einer Hochschule ist. Seit 2015 sind Programmakkreditierungen nur noch für gewisse medizinische Studiengänge verpflichtend.

Geschichte
Qualitätssicherung in der Schweiz
Die Einführung der Bologna-Strukturen bedeutete für alle Akteure und Bereiche im schweizerischen Hochschulraum einen Umbruch, dies galt auch für die Prozesse der Qualitätssicherung. So wurden von dem Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung der Schweizer Hochschulen (OAQ) in den Jahren 2003 bis 2014 sogenannte Quality Audits durchgeführt. In drei Zyklen von je zwei Jahren wurde das Qualitätssicherungssystem der Universitäten und eidgenössisch technischen Hochschulen der Schweiz überprüft.
2015 trat das Hochschulförderungs- und –koordinationsgesetz (HFKG) in Kraft. Damit wurden nun alle Hochschultypen unter einem Gesetz zusammengefasst und dazu verpflichtet alle sieben Jahre eine institutionelle Akkreditierung zur Überprüfung ihres Qualitätssicherungssystems zu durchlaufen. Nur wer nach HFKG akkreditiert wurde darf den Titel Universität, Fachhochschule, Pädagogische Hochschule oder Eidg. Technische Hochschule tragen.

Qualitätssicherung und der VSS
Studierende sind zentraler Teil der Hochschulen. Ohne Studierende gibt es keine Hochschulen. Damit kommt Studierenden bei der Qualitätsentwicklung an den Hochschulen eine zentrale Aufgabe zu. Die Beteiligung an externen Evaluationen und Akkreditierungsverfahren ist dabei ein wesentlicher Teil. Der VSS unterhält dazu seit einigen Jahren den Studentischen Akkreditierungspool und bietet Schulungen an, um Studentinnen und Studenten für die Teilnahme an externen und internen Qualitätssicherungsverfahren vorzubereiten und zu qualifizieren. Weiter tauscht er sich regelmässig mit den studentischen Akkreditierungspools von Österreich und Deutschland aus und vernetzt sich durch den Pool der European Students‘ Union (ESU) auf europäischer Ebene.
Der VSS steht der Natur des Qualitätssicherungsprozesses zwar kritisch gegenüber, befindet es aber im Moment als notwendig, sich als nationaler Verband auch weiterhin in diese Prozesse aktiv einzubringen, um die Stellung der Studierenden, welche die wichtigsten Akteure der Hochschulen darstellen, noch weiter zu stärken. Denn eine Qualitätskultur kann nur gelebt werden, wenn sie von allen Ständen getragen und verstanden wird. So ist die studentische Partizipation nicht nur ein „nicetohave“, sondern zwingende Voraussetzung für eine funktionierende Hochschule. Studierende müssen in allen Prozessen, das heisst auch bei der Entwicklung und dem Tragen der Qualitätssicherungsprozesse, als „Full-Partners“ betrachtet werden. Dieses Selbstverständnis musste in der Schweiz über lange Zeit hinweg entwickelt werden und auch heute wird es noch nicht von allen Akteuren in der schweizerischer Hochschullandschaft gelebt. Bis dies nicht in allen Schweizer Hochschulen zum Grundverständnis gehört, wird der VSS in verschiedenen Gremien konsequent für diese Werte einstehen.