Medienmitteilung des VSS vom 12. Februar 2014

Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) und seine Sektionen der zwei Eidgenössischen Technischen Hochschulen, der Universitäten Basel, Bern, Fribourg, Lausanne, Luzern, Neuchâtel, Zürich wie auch die Fachhochschulen der Nordwestschweiz und Bern nehmen die ersten Reaktionen der europäischen Kommission auf das Resultat der jüngsten Abstimmung über die Personenfreizügigkeit besorgt zur Kenntnis. Bedroht durch die “Guillotinenklausel” sind nun an erster Stelle Vereinbarungen im Bereich Bildung und Forschung, bereits genannt wurden das Austauschprogramm Erasmus+ sowie das Forschungprojekt Horizon 2020. Die Zukunft unserer Bildungs- und Forschungsprogramme im europäischen Hochschulraum ist ungewiss.

Am Sonntag, 9. Februar 2014 hat das Schweizer Stimmvolk eine Initiative der SVP angenommen, welche die Personenfreizügigkeit zwischen der Schweiz und der Europäischen Union einschränken wird. Der VSS ist besorgt über die umfassenden Konsequenzen für die Zukunft der Studierenden und dadurch auch für unser Bildungssystem. Ungefähr 2600 Schweizer Studierende konnten in den Jahren 2011-2012 vom Erasmus Austauschprogramm profitieren und internationale Erfahrungen sammeln. Auch die Schweiz beherbergte etwa 2900 ausländische Studierende und schuf damit eine offene und internationale Atmosphäre an Schweizer Hochschulen. Die drohende Nichtweiterführung dieser Verträge schafft ein Klima der Unsicherheit unter den Studierenden.

Mobilität ist eine Frage der Gegenseitigkeit und die Grundlage der europäischen Vereinbarungen und Programme für Bildung und Forschung. Durch die Abstimmung gegen die Personenfreizügigkeit ist das Gefüge der Abkommen zwischen der Schweiz und Europa erschüttert. Es ist ein starker symbolischer Akt, dass als eine der ersten Konsequenzen des Volksentscheides das Erasmus+ Programm in Frage gestellt wurde, was die Schweizerische Bildungslandschaft massiv gefährdet. Die internationale Ausrichtung und die Zusammenarbeit mit unseren Partneruniversitäten im Rahmen gemeinsamer Forschungsprogramme und der Mobilität sind eine wesentliche Stärke unseres Bildungssystems.

Unsere Studierenden, unsere Forschenden, und damit auch unsere Gesellschaft profitieren von der Mobilität und dem Austausch mit Europa. Diese Form des Austausches ermöglicht es dem schweizerischen Bildungs- und Forschungssystem, sich weiterzuentwickeln, qualitativ hochwertige Bildung anzubieten und Wissen auszutauschen. Eine Kündigung dieser Vereinbarungen betrifft nicht nur Studierende und Forschende aus der Schweiz, sondern auch ihre zahlreichen PartnerInnen im ganzen Europäischen Hochschulraum. Die Bildungsvielfalt in der Schweiz würde stark eingeschränkt und die im Nachgang an diese Abstimmung angedrohten Konsequenzen wären eine Gefahr für unsere Studien- und Forschungsprogramme im europäischen Hochschulraum.

Der VSS und seine Sektionen fordern den Bund und die europäische Staatengemeinschaft auf, alles zu unternehmen um Bildung und Forschung vor den Auswirkungen der Abstimmung vom 9. Februar 2014 zu schützen. Die Zugehörigkeit der Schweiz zum europäischen Hochschulraum muss unbedingt gesichert sein – Weil Ausbildung Zukunft schafft!