Chancengleichheit

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An der Delegiertenversammlung im Herbst 2018 haben sich die Delegierten entschieden, sich für die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» zu engagieren. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist in vielen Hochschulstädten angespannt. Studierende sind oft gezwungen, die Hälfte oder zumindest einen Grossteil ihres monatlichen Budgets aufzuwenden, um in der Nähe ihrer Hochschule leben und lernen zu können. Für die Chancengleichheit in der Bildung ist ein JA für die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» von essentieller Bedeutung.

Der Verband Schweizer Studierendenschaften fordert die Politik auf Massnahmen zu
ergreifen, um die Qualität des Schweizer Bildungs- und Forschungsraumes aufrechtzu-
erhalten.

Gleiche Zugangsmöglichkeiten an Schweizer Hochschulen für alle

Der Zugang zur Bildung soll allen Personen in der Schweiz offenstehen, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund. Um die Chancengerechtigkeit im Hochschulzugang auch für qualifizierte Geflüchtete zu gewährleisten, braucht es spezifische Förder- und Vorbereitungsmassnahmen für diese Zielgruppe. Weiter sind pragmatische Alternativen (zum ECUS) dringend nötig, um nicht dokumentierte oder anerkannte Kompetenzen, Qualifikationen und Wissen von Geflüchteten im Zulassungsverfahren zu berücksichtigen. Zudem fordert der VSS, dass Ausländer*innen dieselben Studiengebühren bezahlen müssen wie Schweizer*innen.

Chancengleichheit der Geschlechter in der Bildung und Forschung

Lediglich 15% aller Studierenden im Maschinen-Elektroingenieurwesen sind weiblich. Das zeigt sinnbildlich, dass die Wahl eines Studiums offensichtlich noch vom Geschlecht bestimmt wird. Der VSS will, dass festgefahrene Stereotype in unserer Gesellschaft aktiv bekämpft werden und jede Person unabhängig von ihrem Geschlecht studieren kann, was sie möchte.

Mehr Integration der Studierenden in politische Entscheidungsprozesse

Studierende sollen ein Recht darauf haben, in politische Prozesse, die Auswirkungen auf ihr Studium haben, miteinbezogen zu werden. Deshalb verlangen wir mehr Einsitze für Studierende in allen hochschulpolitischen Gremien, da diese über ihre Bildung und somit auch über ihre Zukunft entscheiden.

Vollassoziierung der Schweiz beim Nachfolgeprojekt von Erasmus+

Der VSS fordert die Politik auf Massnahmen zu ergreifen, um die Qualität des Schweizer Bildungssystems zu stärken und aufrechtzuerhalten. Dazu gehört in Zeiten der Globalisierung auch der interkulturelle Austausch. Die europäischen Länder sehen den Mehrwert und investieren mehr Geld in die Mobilitätsprogramme als wir. Die Schweiz muss hier mitziehen und deshalb brauchen wir eine Vollassoziierung der Schweiz an Erasmus+.

Praktika sollen einen didaktischen Wert haben und angemessen entlöhnt werden

Der VSS weiss, dass Praktika eine tolle Chance sind für Studierende, Einblick in ein spezifisches Berufsfeld zu gewinnen und Praxiserfahrungen zu sammeln. Allerdings gibt es momentan keine allgemein verbindlichen Regelungen für Praktikant*innen. Viele erhalten eine ungenügende didaktische Ausbildung und werden als billige oder unbezahlte Arbeitskräfte missbraucht. Das muss sich ändern!

Eine schweizweite Harmonisierung und Erhöhung der Stipendienbeiträge

Die vom Kanton zugesprochene Höhe der Stipendien gleicht einem Glücksspiel. Je nach Kanton, in dem ein/e Studierende/r lebt – trotz gleicher finanzieller Situation – kann es sein, dass diese Person mehr Beiträge erhält als jemand, der in einem anderen Kanton Stipendien erhält. Der VSS verlangt, dass Studierende in jedem Kanton die gleichen Chancen auf faire Stipendien erhalten, um den Lebensunterhalt in angemessener Art und Weise zu decken. Zusätzlich fordert der VSS die Inklusion der vorläufig aufgenommenen Geflüchteten in die Reihe der Beitragsberechtigen im Rahmen des Stipendienkonkordats.

Mehr bezahlbarer Wohnraum in Schweizer Hochschulstädten und Umgebung

Besonders in Hochschulstädten wie beispielsweise Bern, Basel, Zürich, Lausanne oder Genf ist es für Studierende oft schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Der VSS findet es prekär, wenn Studierende mit tiefen finanziellen Mitteln nicht die Möglichkeit haben, in der Nähe ihrer Hochschule zu leben.

Keine Erhöhung oder Abschaffung von Studierendenpreisen

Der VSS will, dass sowohl das Studierenden-GA als auch ermässigte Eintritte und Preise nicht weiter verteuert werden oder gar ganz abgeschafft werden. Eine Investition in unsere Bildung ist eine Investition in unsere Zukunft, und dazu gehört auch, auf die finanzielle Situation der Studierenden einzugehen.

Umsetzung der Forderungen der Klimajugend

Wir studieren für die Zukunft. Eine Zukunft, die aber bedroht ist. Dafür setzt sich die Klimajugend ein. Der VSS verlangt, dass in der Politik für die Anliegen dieser Bewegung Gehör gefunden wird. Jede Generation hat das Recht, unsere Zukunft mitzugestalten und das Parlament hat die Pflicht, ihre Anliegen im Bereich Nachhaltigkeit ernst zu nehmen. Deshalb soll die Nachhaltigkeit an Hochschulen in der BFI-Botschaft verankert werden.

Erhöhung der Investitionen in die Schweizer Hochschulen, um den Bildungsstandort Schweiz langfristig zu sichern

Der VSS fordert, dass der Bund die finanzielle Unterstützung für Hochschulen substanziell erhöht, weil Bildungsinstitutionen für ein funktionierendes Gemeinwesen unabdingbar sind. Sie lehren kritische Denkmethoden, befähigen uns Prozesse zu analysieren, zu verstehen, zu hinterfragen und selbst zu gestalten. Die wissenschaftliche Forschung bietet die Möglichkeit für relevante Entdeckungen und Entwicklungen. Hochschulbildung als Teil des Bildungssystems ist unerlässlich für eine moderne, aufgeklärte und zukunftsorientierte Gesellschaft, da sie die Menschen zu kritischen Bürger*innen ausbildet und technischen Fortschritt ermöglicht.

Resolution «Forderungen der Studierenden… »

… an das neugewählte Schweizer Parlament

Verabschiedet von den Delegierten am 10. November 2019 anlässlich der 173. Delegiertenversammlung in Neuenburg.

Der Verband Schweizer Studierendenschaften fordert die Politik auf Massnahmen zu ergreifen, um die Qualität des Schweizer Bildungs- und Forschungsraumes aufrechtzuerhalten.

Resolution vom 10. November 2019

173. Delegiertenversammlung in Neuenburg: Arbeitsergebnis

An der 173. Delegiertenversammlung des Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS) in Neuenburg haben die Studierenden an Schweizer Hochschulen ihre Forderungen an das neu gewählte Parlament beschlossen, und es wurde eine Arbeitsgruppe «Nachhaltigkeit an den Hochschulen» geschaffen.

Medienmitteilung vom 10. November 2019

Studium: ein Luxus für Reiche?

Der VSS unterstützt die Motion der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-N), welche den Bundesrat beauftragt Massnahmen in die nächste BFI-Botschaft 2021-2024 aufzunehmen, um gegen die soziale Selektivität zu kämpfen.

Medienmitteilung vom 20. Juni 2019