Stipendienkonkordat gescheitert?

Das Beispiel des Kanton Luzerns zeigt, dass das Stipendienkonkordat zu scheitern droht: Ende Juni kündigte die Luzerner Regierung an, das Budget für Stipendien und Darlehen im laufenden Jahr zu kürzen. Damit würden die Luzerner Ausgaben für Ausbildungsbeiträge seit dem Beitritt Luzerns zum Stipendienkonkordat um 27 Prozent sinken. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) fordert deshalb die EDK auf, die Regelungen des Konkordats zu verschärfen, so dass das Ziel der Harmonisierung des Stipendienwesens doch noch erreicht werden kann.

Das Stipendienkonkordat hat das Ziel, die kantonalen Stipendienwesen zu harmonisieren und die grossen, oft willkürlichen Unterschiede zwischen den Kantonen abzubauen. Ein erklärtes Ziel des Stipendienkonkordats ist es auch die Ausgaben für Ausbildungsbeihilfen generell zu erhöhen, um eine gewisse Chancengerechtigkeit im Bildungswesen sicherzustellen. Das Beispiel Luzern zeigt aber, dass das Stipendienkonkordat seine Ziele verfehlt.

Am 28. Juni 2017 kündigte der Luzerner Regierungsrat an, im laufenden Jahr den Budgetposten für Stipendien und Ausbildungsdarlehen um 2 Millionen Franken senken zu wollen. Für nächstes Jahr sind ebenfalls bereits Kürzungen im Umfang von 1.2 Millionen Franken vorgesehen. Damit hätte der Kanton Luzern seine Ausgaben für Ausbildungsbeihilfen seit seinem Beitritt zum Stipendienkonkordat im Jahr 2013 um mehr als einen Viertel gekürzt. “Der Kanton Luzern gibt im Moment schon zu wenig für Stipendien aus”, sagt Josef Stocker, Co-Präsident des VSS, “wenn die Luzerner Regierung ihre Aufgabe ernst nimmt, für Chancengerechtigkeit im Bildungswesen zu sorgen, so darf dieser Budgetposten auf keinen Fall gekürzt werden.”

Das Beispiel des Kanton Luzerns zeigt klar, dass das Stipendienkonkordat seine Ziele verfehlt. Das Hauptproblem des Konkordats ist, dass es Benachteiligungen nicht zu eliminieren vermag. So spielt der Herkunftskanton und somit eine grosse Portion Glück weiterhin eine zentrale Rolle bei der Stipendienvergabe. “Vor zwei Jahren hat die EDK die Stipendieninitiative des VSS mit Verweis auf das Stipendienkonkordat zur Ablehnung empfohlen”, sagt Josef Stocker. “Deshalb sind jetzt die Kantone in der Pflicht, die Regelungen des Stipendienkonkordats zu verschärfen, damit das Ziel der Harmonisierung des Stipendienwesens doch noch erreicht werden kann.”

Für weitere Informationen wenden sie sich bitte an:
Josef Stocker, Co-Präsident des VSS



MM Stipendienkonkordat

Bildung vor Arbeit: nachhaltig integrieren heisst investieren

Die grösste Ressource, die Geflüchtete besitzen, sind sie selbst und die Erfahrung, die sie mitbringen. Dieses Potenzial durch Bildung in der Schweiz zu erschliessen, ist deshalb eine sinnvolle und nachhaltige Investition in die Zukunft. Anlässlich der Flüchtlingstage fordert der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) deshalb “Bildung vor Arbeit” in der Integration.
Im Rahmen seines Projekts “Perspektiven – Studium” setzt der VSS sich seit Dezember 2015 für den Hochschulzugang qualifizierter Geflüchteter ein. Geht es darum, die vorhandenen Ressourcen Geflüchteter clever in der Gesellschaft nutzbar zu machen, besteht in der Schweiz noch viel Handlungsbedarf. Eine restriktive Anerkennungspraxis ausländischer Vorbildung und limitierte Möglichkeiten der Sozialdienste behindern einen flexiblen Umgang mit der Situation; zu wenig wird in Potenzial investiert.

“Es geht nicht nur darum, passiv einen gleichberechtigten Hochschulzugang zu ermöglichen”, sagt Co-Präsidentin Gabriela Lüthi “Es geht vor allem darum, durch Investition in Bildung aktiv das Potenzial aller Mitglieder unserer Gesellschaft zu fördern – auch das Geflüchteter.” Um nachhaltige Integration zu ermöglichen dürfe deshalb auch Hochschulbildung nicht vernachlässigt werden.

Die Analyse des Projekts und die Erfahrung aus studentischen GasthörerInnenprojekten zeigt klar: “Damit Geflüchtete ihr Potenzial für sich und die Gesellschaft erschliessen können, braucht es zwei wichtige Schritte: Erstens muss ihr Potenzial erkannt und anerkannt werden. Zweitens müssen mittels Ausbildung und Nachholbildung Brücken geschlagen werden.”, so Projektleiterin Martina von Arx.

Der VSS fordert deshalb Potenzialabklärungen früh im Asylprozess und eine nachhaltige Integrationsstrategie, die Bildung niedrigqualifizierter Arbeit vorzieht. Er schliesst damit an Forderungen der EDK an. Die Hochschulen hält er dazu an, einen Umgang mit Zulassungsbedingungen zu pflegen, der pragmatisch die Qualität gewährleistet, ohne unnötige Hürden im Studienzugang zu schaffen. Um finanzielle Hürden abzubauen, müssen Stipendien zugänglich sein.

Die Investition lohnt sich. Eine gute Ausbildung und eine entsprechende Integration in den Arbeitsmarkt entlastet nicht nur auf lange Frist die Sozialsysteme und schlägt sich in Steuereinnahmen nieder, sie beugt auch sozialen Kosten vor. Dazu müssen wir Geflüchteten die Möglichkeit und die Unterstützung geben, die sie benötigen, um sich selbstbestimmt in unsere Gesellschaft einzugliedern. Dazu gehört auch der Zugang zu Hochschulen.

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:
Gabriela Lüthi
Martina von Arx

MM Flüchtlingstag

Studierende fordern sofortige Erasmus+-Mitgliedschaft!

Heute führen die Studierenden an mehreren Schweizer Hochschulen Aktionen durch, mit denen sie die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über eine Erasmus+-Mitgliedschaft der Schweiz fordern. Bleibt die Schweiz ausserhalb des Austauschprogramms, drohen langfristig starke Einschränkungen für die studentische Mobilität.

Heute führten die Studierenden an mehreren Schweizer Hochschulen Aktionen durch, mit denen sie die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über eine Erasmus+-Mitgliedschaft der Schweiz forderten. «Wenn die Schweiz nicht bald wieder eine Mitgliedschaft in Erasmus+ anstrebt, dann droht eine immer massivere Einschränkung der Austauschmöglichkeiten der Schweizer Studierenden», sagt Josef Stocker, Co-Präsident des VSS. „Die Mitgliedschaft in Erasmus+ ist ausserdem essentiell für die internationale Zusammenarbeit im Bildungs- und Jugendbereich“, fährt Stocker fort. Gerade auch Jugendorganisationen werden durch die Nicht-Mitgliedschaft benachteiligt.

Im Rahmen des Aktionstags stellen die Studierende drei Hauptforderungen:

  • Sofortige Verhandlungen über eine Erasmus+-Mitgliedschaft!
  • Eine Vollmitgliedschaft bei Erasmus+, und zwar so rasch wie möglich!
  • Bis zur Vollmitgliedschaft: eine angemessene Übergangslösung!

Im Verlauf des heutigen Tages werden Bilder von den verschiedenen lokalen Aktionen in einem Google-Drive-Ordner zur Verfügung gestellt. Wir werden mit einer weiteren Medienmitteilung ankündigen, wenn die Bilder verfügbar sind.

Sie finden die Bilder unter folgendem Link: https://drive.google.com/drive/folders/0B2tGZ4R4p1I_Smk1ZWF1U2MzQjA?usp=sharing

Für weitere Informationen wenden sie sich bitte an:
Josef Stocker

MM Erasmus+

11. April 2017: Aktionstag für Erasmus+

Am 11. April werden die Studierendenverbände an verschiedenen Schweizer Hochschulen Aktionen durchführen, um eine möglichst baldige Wiederassoziierung der Schweiz an Erasmus+ zu erreichen.

Durch Medienberichte gelangte Anfang dieses Jahres an die Öffentlichkeit, dass die Wiederassoziierung der Schweiz an Erasmus+ offenbar keine Priorität des Bundes mehr sei. Der Bund möchte erst im Nachfolgeprogramm von Erasmus+ ab 2021 eine Mitgliedschaft ins Auge fassen. Zuvor hatte der Bundesrat immer betont, dass nach der Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative wieder eine Mitgliedschaft in Erasmus+ angestrebt würde. Dieses Vorgehen ist aus Sicht des VSS inakzeptabel.

Deshalb führt der VSS zusammen mit seinen Sektionen am 11. April 2017 einen Aktionstag durch. An verschiedenen Hochschulen werden Aktionen stattfinden. Im Mittelpunkt des Aktionstags stehen folgende Forderungen:
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  • Sofortige Verhandlungen über eine Erasmus+ Mitgliedschaft!
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  • Eine Vollmitgliedschaft bei Erasmus+, und zwar so rasch wie möglich!
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  • Bis zur Vollmitgliedschaft: eine angemessene Übergangslösung!


Kontakt: Josef Stocker

MM Aktionstag

#KeLoscht: Studierende unterstützen Proteste der SchülerInnen

Am 5. April 2017 rufen SchülerInnenorganisationen in verschiedenen Schweizer Städten unter dem Hashtag #KeLoscht zu Demonstrationen gegen den Abbau in der Bildung auf. Der VSS unterstützt die Mobilisierung und ruft die Studierenden dazu auf, an den Demonstrationen der SchülerInnenorganisationen teilzunehmen. Die Abbaupolitik betrifft alle Bildungsstufen, auch die Hochschulen.

Der Bund und die Kantone investieren immer weniger in die Bildung. In den letzten Jahren kam es zu mehreren Abbaupaketen, die den Bildungsbereich betrafen. Besonders hart wurden dabei die SchülerInnen und Studierenden im Kanton Luzern getroffen. Als Resultat der Tiefsteuerstrategie des Kantons mussten in den Gymnasien und Berufsschulen Zwangsferien eingeführt werden, da nicht mehr genügend Geld für den Schulbetrieb vorhanden war. Auch bei den Hochschulen wurden Beträge in Millionenhöhe gestrichen. Für den VSS ist dies nicht
akzeptabel.

Der VSS begrüsst es, dass sich jetzt überregionaler Widerstand gegen die kantonale Spar- und Abbaupolitik in der Bildung zu formieren beginnt. «Es ist wichtig aufzuzeigen, dass die immer wiederkehrenden Spar- und Abbaupakete in der Bildung keine isolierten Erscheinungen sind, sondern in einem grösseren Zusammenhang gesehen werden müssen», sagt Josef Stocker, Co-Präsident des VSS. «Es kann nicht sein, dass PolitikerInnen bei jeder Gelegenheit betonen, dass die Bildung die einzige Ressource der Schweiz sei, bei der Budgetdebatte dann aber ohne mit der Wimper zu zucken im Bildungswesen die Klinge ansetzen.»

Am 5. April werden SchülerInnenorganisationen in

  • Luzern (13:15, Treffpunkt: Helvetiaplatz),
  • Zürich (14:00, Bürkiplatz),
  • Basel (15:00, Barfüsserplatz),
  • Aarau (13:15, Bahnhofplatz) und
  • Genf (16:00, entweder Place des Volontaires oder Place du Mont Blanc)
  • ihre Stimme gegen den Abbau in der Bildung erheben. Der VSS unterstützt die Schülerinnen und Schüler und ruft die Studierenden dazu auf, sich dem Protest anzuschliessen.

    Für weitere Informationen wenden sie sich bitte an:
    Josef Stocker, Co-Präsident des VSS, 076 502 31 38, josef.stocker@vss-unes.ch
    Samuel Zbinden, Koordinator SchülerInnenprotest, 079 351 60 61, vlso@bluwin.ch

    Medienmitteilung „#KeLoscht“