Bundesrat und Kantone in der Pflicht

Die Mehrheit des Stimmvolkes hat sich für den Gegenvorschlag zur Stipendieninitiative und das Konkordat ausgesprochen. Nun müssen die Verantwortlichen halten, was sie in den letzten Monaten versprochen haben.

Ein Erfolg ist das klare Bekenntnis zu einer notwendigen Verbesserung des bestehenden Stipendiensystems. die Diskussion um die Abstimmung hat gezeigt, dass die Mehrheit des Stimmvolks dieses Ziel klar unterstützt. Es ist dem Druck der Initiative zu verdanken, dass sich im Abstimmungskampf auch die Initiativgegner klar für ein faireres Stipendiensystem ausgesprochen haben. Das gilt insbesondere für Bundesrat Schneider-Ammann, der wiederholt erklärt hat, die Anliegen der Initiative würden bereits mit dem Konkordat erfüllt.

Der Souverän beauftragt mit dem heutigen Ergebnis die Kantone, dem auch Folge zu leisten. Der VSS fordert, dass die mit dem Konkordat angestrebte Ausweitung der Stipendien im Zuge der Anpassungen in den kantonalen Gesetzen umgesetzt wird. Das Konkordat strebt einen BezügerInnenanteil von 15-20% der Studierenden an, um den Bedarf an Ausbildungsbeiträge abzudecken. „Das heutige Votum stärkt dem Konkordat den Rücken. Nun müssen auch die restlichen Kantone diesem beitreten, um ein faireres Stipendiensystem zu ermöglichen“, sagt Lea Oberholzer vom Verband der Schweizer Studierendenschaften.

„Wir werdne uns auch weiterhin dafür einsetzen, dass eine höhere Ausbildung schlussendlich nicht vom Portemonnaie der Eltern oder deren Wohnort abhängt“, resümiert Lea Oberholzer. Der VSS werde die Umsetzung des Konkordats genau überprüfen. Es sei unabdingbar, dass die gegebenen Versprechen eingehalten werden.

Für den VSS

Lea Oberholzer (de)Iván Ordás Criado (fr)

MM Stipendieninitiative Abstimmungssonntag

Lea Meister als ESU-Vizepräsidentin gewählt – europäische Studierende unterstützen Stipendieninitiative

Die Delegiertenversammlung der European Students’ Union (ESU) hat Samstagnacht Lea Meister zur Vizepräsidentin gewählt. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) gratuliert Lea von ganzem Herzen. Gleichentags entschied die Versammlung, die Stipendieninitiative zu unterstützen.

Die European Students’ Union hat Lea Meister gestern Samstag in der Nacht an seiner Delegiertenversammlung in Jerewan, Armenien zur Vizepräsidentin gewählt. Lea Meister ist seit Juli 2014 Mitglied des ESU-Vorstandes. Sie wird ihr neues Amt am 1. Juli 2015 antreten. Zuvor war Lea Meister seit 2009 im VSS aktiv, und ab 2013 bis zu ihrer Wahl in den ESU Vorstand Mitglied des VSS-Vorstands. Davor engagierte sie sich als Co-Präsidentin der Kommission für Internationales und Solidarität (CIS) des VSS und vertrat diesen seit 2010 an der ESU-Delegiertenversammlung. Ausserdem war sie von 2012 bis 2014 Bolognaexpertin der CRUS. Lea war ebenfalls Co-Präsidentin der studentischen Körperschaft der Uni Basel (skuba) und aktives Mitglied ihrer Fachschaft. Der VSS freut sich ausserordentlich, dass eine seiner Alumni in den nächsten 12 Monaten der europäischen Studierendenschaft vorstehen wird. Lea ist eine hochmotivierte und äusserst kompetente Person und der VSS ist überzeugt, dass sie die europäischen Studierenden hervorragend repräsentieren wird.

Ebenfalls gewählt wurden Blazhe Todorovski aus Mazedonien als zweiter Vizepräsident und Fernando Palomares aus Spanien als Präsident. Neu gewählt wurde ebenso der Vorstand mit sieben Mitgliedern.

Weiter hat die ESU-Delegiertenversammlung einstimmig beschlossen, die Stipendieninitiative des VSS zu unterstützen. «Fairer Zugang zu Bildung ist von grösster Wichtigkeit. Mit der Stipendieninitiative des VSS würde die Schweiz diesen Zugang ermöglichen,» meint dazu Simone Widmer, Mitglied der Geschäftsleitung des VSS. ESU setzt sich wie der VSS seit jeher für einen fairen Zugang zur Bildung ein. Diese Haltung hat die Delegiertenversammlung mit ihrer Unterstützung der Stipendieninitiative einmal mehr bewiesen.
ESU supports the Swiss Grant Initiative

Simone Widmer (d/f)Iván Ordás Criado (f/d)

ESU_Board_2015-2016

Die Familieninitiative der CVP wurde diesen Sonntag 8. März 2015 vom Volk und den Kantonen abgelehnt. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) hat im Vorfeld zu dieser Initiative keine Stellung bezogen, betont aber, dass es notwendig ist, Massnahmen zu ergreifen, um Familien zu unterstützen. Viele Studierende in der Schweiz wohnen bei ihren Eltern und sind von deren finanziellen Unterstützung abhängig – viel zu wenige erhalten jedoch Ausbildungsbeihilfen! Die Initiative des VSS „für eine Harmonisierung des Stipendienwesens“ sorgt für Abhilfe: Sie bietet Familien eine reale Unterstützung für die Ausbildung ihrer Kinder.

Gemäss einer kürzlich von verschiedenen europäischen Statistikämtern gemeinsam durchgeführten Studie1 leben in der Schweiz über 40% der Studierenden während der Ausbildung noch bei ihren Eltern. Aber auch das durchschnittliche Budget derjenigen, die nicht zu Hause wohnen, hängt stark von der direkten finanziellen Unterstützung durch die Eltern ab: Laut der Studie trifft dies auf 40% der zur Verfügung stehenden Mittel zu. Im europäischen Vergleich steht die Schweiz nicht gut da: Die Zahl der EmpfängerInnen von staatlichen Ausbildungsbeiträgen ist gering. Innerhalb von zwanzig Jahren ist der Anteil der EmpfängerInnen zudem von 12% auf 7% geschrumpft2. Eine Verbesserung der Stipendien-Situation ist dringend notwendig: Es braucht eine effiziente und zukunftstaugliche Lösung, um Familien die Unterstützung ihrer Kinder zu ermöglichen!

Die nationale Volksinitiative „für eine Harmonisierung des Stipendienwesens“, über die am 14. Juni 2015 abgestimmt wird, stellt eine solche Lösung dar: Ihr Ziel ist es, die Höhe der Beiträge sowie die Vergabekriterien von Stipendien auf nationaler Ebene zu vereinheitlichen. Diese Harmonisierung verhindert, dass junge Menschen auf eine Ausbildung verzichten müssen weil ihre familiäre Herkunft ungenügende finanzielle Mittel aufbringen kann oder sie in einem Kanton beheimatet sind, dessen Ausbildungsbeihilfe nur äusserst gering ausfällt. Die Stipendieninitiative löst diese dringenden Probleme und ermöglicht einen fairen Zugang zur Bildung!

(1)Social and Economic Conditions of Student Life in Europe. Synopsis of Indicators. Eurostrudent V 2012-2015, HAUSCHLIDT Kristina (dir.), GWOSC Christoph, NETZ Nicolai, MISHRA Shweta, Bielefed : W. Bertelsmann Verlag, 2015. http://www.eurostudent.eu/download_files/documents/EVSynopsisofIndicators.pdf
(2)RTS, Les bourses d’études se font de plus en plus rares en Suisse, 15. September 2014. http://www.rts.ch/info/suisse/6144035-les-bourses-d-etudes-se-font-de-plus-en-plus-rares-en-suisse.html

Luisa Jakob, Koordinatorin Kampagne Deutschschweiz (luisa.jakob@vss-unes.ch)
Maxime Mellina, Mitglied des VSS-Vorstands (maxime.mellina@vss-unes.ch)

Medienmitteilung vom 16.2.2015Die Initiative will, dass die 26 kantonalen Stipendienwesen harmonisiert werden. Heute unterscheiden sie sich massiv, so dass in jedem Kanton andere Regeln bei der Vergabe der Stipendien gelten. Das ist unfair! Wer ein Stipendium benötigt für seine Ausbildung an einer höheren Fachschule, Fachhochschule, ETH oder Universität, soll überall in der Schweiz die gleichen Chancen haben. Heute hängt das vom Wohnkanton ab. Das ist unfair. Zudem ziehen sich Bund und Kantone laufend aus der Verantwortung zurück. So hat der Bund seine Subventionen in den letzten Jahren um 75% gekürzt. Und gerade in der heutigen Situation des Fachkräftemangels braucht es Leute mit Ausbildungen, die zu ihnen passen und nicht zum Portemonnaie der Eltern. Die Stipendieninitiative ermöglicht ein einheitliches Stipendienwesen und damit einen fairen Zugang zur Bildung. Stipendien sind insbesondere dort notwendig wo es überhaupt nicht oder nur beschränkt möglich ist einer Nebenerwerbstätigkeit nachzugehen. Dies ist beispielsweise im Gesundheits- und Ingenieurwesen der Fall. Also genau dort wo wir dringend mehr Fachkräfte benötigen. Ein Stipendium hilft somit dabei dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den erfolgreichen Ausbildungsabschluss zeitnah zu ermöglichen. Dies stärkt den Wirtschafts- und Bildungsstandort Schweiz. Ein Stipendium soll, nebst der Unterstützung durch die Familie und einer studienbegleitenden Erwerbstätigkeit, jungen Personen eine höhere Ausbildung ermöglichen. Darum setzt sich der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) für ein JA zur Stipendieninitiative ein – Weil Ausbildung Zukunft schafft!Lea Oberholzer (de) und Iván Ordas Criado (fr)FB_DE_def

Ja zur Stipendieninitiative am 14. Juni 2015!

Medienmitteilung vom 18.12.2014
Der Bundesrat hat heute entschieden, dass die Stipendieninitiative am 14. Juni 2015 zur Abstimmung kommt. Die Initiative will, dass die 26 kantonalen Stipendienwesen harmonisiert werden. Heute unterscheiden sie sich massiv, so dass in jedem Kanton andere Regeln beim Zugang zu Stipendien gelten. Das ist unfair.

Wer ein Stipendium braucht für seine Ausbildung an einer höheren Fachschule, Fachhochschule, ETH oder Universität, soll überall in der Schweiz die gleichen Chancen darauf haben. Heute hängt das vom Kanton ab. Das ist unfair. Und gerade bei Fachkräftemangel braucht es Leute mit Ausbildungen, die zu ihnen passen und nicht zum Portemonnaie der Eltern. Die Stipendieninitiative des Verbandes der Schweizer Studierendenschaften (VSS) ermöglicht ein einheitliches, nationales Stipendienwesen und damit einen fairen Zugang zur Bildung.

Stipendien sind insbesondere dort notwendig wo es überhaupt nicht möglich ist einer Erwerbstätigkeit neben der Ausbildung nachzugehen. Denn die meisten Studierenden (ca. 75%) arbeiten neben dem Studium, dies ist aber beispielsweise bei einem Medizinstudium oder einem Bauingenieurstudium nicht möglich. Ein Stipendium dient also auch dazu dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und den erfolgreichen Ausbildungsabschluss zeitnah zu ermöglichen. Dies stärkt am Ende auch den Wirtschafts- und Bildungsstandort Schweiz. Zudem ziehen sich Bund und Kantone laufend aus der Verantwortung zurück. So hat der Bund seine Subventionen in den letzten Jahren um 75% gekürzt.Ein Stipendium soll, nebst der Unterstützung durch die Familie und einer studienbegleitenden Erwerbstätigkeit, motivierten Personen, die die Fähigkeiten besitzen, eine höhere Ausbildung ermöglichen.

Darum setzt sich der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) für ein JA zur Stipendieninitiative ein – Weil Ausbildung Zukunft schafft!

Lea Oberholzer (de) und Iván Ordas Criado (fr)