Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) lehnt die Selbstbestimmungsinitiative entschieden ab. Die Annahme der Initiative gefährdet die Position der Schweiz im europäischen Hochschulraum und würde für Hochschulen und deren Studierende die gewinnbringende Zusammenarbeit auf europäischer Ebene bedrohen.

Deshalb lehnt der VSS die Initiative ab und fordert alle dazu auf, am 25.November 2018 zur Abstimmung zu gehen. Denn Studium, Wissenschaft und Forschung leben von Diversität und Austausch und dafür braucht es offene und international gut vernetzte Schweizer Hochschulen. 

Medienmitteilung

Chancengleichheit beim Zugang zur Hochschulbildung

Anlässlich der Aktionswoche gegen Bildungsabbau möchten wir erneut betonen, dass die Chancengleichheit im Bereich der Hochschulbildung noch immer nicht erreicht ist. Ob eine Person an einer Hochschule studieren kann, hängt zu oft davon ab, welche Herkunft, soziale Stellung und finanziellen Mitteln sie hat.

Deshalb begrüsst der VSS das Engagement der Studierenden, die sich in der Aktionswoche gegen Bildungsabbau für die Chancengleichheit eingesetzt haben. “In unseren Augen ist es beschämend, dass in einem Land wie der Schweiz Studierende einen Bildungsaufstand ausrufen müssen, um den allgemeinen Zugang zu etwas zu fordern, das allen zusteht.”, sagt Jonas Schmidt, Co-Präsident des VSS.

Wir fordern hiermit die Entscheidungsträger_innen in Politik, Kantonen und Hochschulen auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und zu handeln und stellen folgende Forderungen:

  • Die Studiengebühren an den Schweizer Hochschulen dürfen nicht erhöht werden.
  • Das Stipendienwesen muss mit verpflichtenden Auflagen für die Kantone harmonisiert werden.
  • Der Gebührenerlass nach Bedürftigkeitsprüfung soll an allen Schweizer Hochschulen eingeführt werden, solange die Studiengebühren nicht abgeschafft werden.
  • Die studentische Partizipation und Mitbestimmung an den Hochschulen muss weiter ausgebaut werden.
  • Bund und Kantone müssen in Zukunft entsprechend den steigenden Studierendenzahlen mehr Mittel zugunsten der tertiären Bildung und der Forschung zur Verfügung stellen.
  • Kontakt: Jonas Schmidt, Co-Präsident

    Bezahlbarer Wohnraum ist doch keine Wissenschaft!

    Bezahlbarer Wohnraum ist eine der Voraussetzungen für ein Studium. Doch an den meisten Hochschulstandorten ist die Wohnsituation angespannt: Tiefer Wohnungsleerstand und hohe Mieten bedeuten eine lange Wohnungssuche und eine grosse finanzielle Belastung. Für Studierende – typischerweise eher junge Menschen, oftmals mit geringem Einkommen – kann diese Lage einschneidende Konsequenzen haben. So kann im schlimmsten Fall kein Studium aufgenommen werden, oder aber der Studienverlauf oder -abschluss wird negativ beeinflusst.

    Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) setzt sich für einen fairen Hochschulzugang ein. Alle Menschen mit dem Interesse und den Fähigkeiten müssen studieren können. Eine finanzielle Selektion, beispielsweise über den Wohnraum, ist folglich inakzeptabel.

    Aktuelle Situation in der Schweiz

    Die Lage auf dem Mietwohnungsmarkt zeigt sich sehr divers. Während die Region Zürich und Genfersee zu den teuersten Wohngebieten gehören, sind im Jura die Mieten am geringsten. Die Mietpreise für eine 1-Zimmerwohnung betragen je nach Stadt durchschnittlich zwischen 602 Franken und 911 Franken. Im Gegensatz dazu belaufen sich die durchschnittlichen Stipendienbeiträge pro Monat zwischen 523 Franken und 1006 Franken. Somit bleibt meist nicht viel übrig für den restlichen Lebensbedarf.

    Die Forderungen des VSS
    Der VSS fordert deshalb die Hochschulen auf, einerseits Unterkünfte auf dem Campus oder in Campusnähe zu schaffen, anderseits die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Studium zu berücksichtigen. Gleichzeitig werden die Städte und Kantone aufgefordert, Stipendien an die steigenden Mieten anzupassen, leerstehende Gebäude für die Um- oder Zwischennutzung zugunsten der Studierenden zur Verfügung zu stellen und zusätzliche Studierendenunterkünfte zu bauen.

    Nationaler Aktionstag am 29. November 2017
    Um auf die Schwierigkeiten der studentischen Wohnsituation aufmerksam zu machen, findet heute ein nationaler Aktionstag statt mit vielen Aktivitäten an verschiedenen Fachhochschulen, Universitäten und ETHs.

    MM Wohnsituation
    Positionspapier

    Erasmus+

    Erasmus+ ist ein EU-Programm im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung, Jugend und Sport. Der Studierendenaustausch ist der wichtigste und bekannteste Teil dieses Programms. Langfristig kann das Abseitsstehen der Schweiz für Schweizer Studierende zu einer massiven Verschlechterung der Austauschmöglichkeiten führen! Bereits heute gibt es Einschränkungen.

    Unterschreibe jetzt die Petition: Jugendverbände und fordere Bundesrat und Parlament zur sofortigen Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der EU auf!

    Zusätzliche Informationen/Materialien:

  • VSS: Factsheet
  • swissuniversities: Plädoyer für eine Reassoziierung an Erasmus+
  • SAJV: Aufruf für Erasmus+!

  • Willst du dich dafür einsetzen, dass die Schweizer Studierenden auch weiterhin von den vielfältigen Möglichkeiten des Erasmus+-Programms profitieren können?
    Dann trage dich ein unter: https://www.vss-unes.ch/erasmusplus

    Träumen von einem fairen Hochschulzugang

    Ein Studium an einer Hochschule aufnehmen und absolvieren zu können, setzt auch gewisse Rahmenbedingungen voraus. Dazu gehört auch der bezahlbare Wohnraum. Die 168. Delegierten-versammlung des Verbands der Schweizer Studierendenschaften (VSS), die vom 29. und 30. April in Zürich stattfand und vom VSETH organsiert wurde, verabschiedete ein Positionspapier zu diesem Thema. Auch über die Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen und über Erasmus+ wurde diskutiert.

    In vielen Schweizer Städten herrscht Wohnungsnot und die Mieten sind teuer. Aber Studierende, die oftmals mit einem kleineren Budget auskommen müssen, brauchen erschwingliche Wohnmöglichkeiten, im Idealfall in der Nähe der Hochschule, um lange Wege und die damit verbundenen Kosten zu vermeiden. Deswegen ruft der VSS die Hochschulen, die Städte und die Kantone dazu auf, sich für bezahlbaren Wohnraum für Studierende in der Nähe der Hochschulen einzusetzen.

    Ein anderes wichtiges Thema an diesem Wochenende war das europäische Mobilitäts-programm Erasmus+. Am letzten Donnerstag teilte der Bundesrat mit, er strebe vor 2021, dem Startjahr für das Nachfolgeprogramm von Erasmus+, keine Mitgliedschaft in Erasmus+ an. Diese Strategie wird nicht aufgehen. Auch um einen Beitritt ab 2021 ins Nachfolgeprogramm sicherzustellen, müssen die Verhandlungen jetzt aufgenommen werden. Wenn die Schweiz das Risiko eingeht, auch vom Nachfolgeprogramm von Erasmus+ ausgeschlossen zu sein, zeigt dies den Studierenden und der Jugend, die von einem internationalen Austausch¬programm profitieren würden, dass sie für den Bund keine Priorität haben.

    Auch die Buchhaltung stand auf dem Programm dieser Zürcher DV: die Jahresrechnung wurde präsentiert und abgenommen. Die Delegierten machten auch regen Gebrauch von ihrem Wahlrecht und wählten mit Jonas Schmidt (Berner Fachhochschule) und Lia Zehnder (Universität Fribourg) zwei neue Vorstandsmitglieder, die ab August den Vorstand verstärken.

    Schlussendlich hat Prof. Helbing von der ETH Zürich die exzessiven Auswüchse der Digitalisierung dargelegt, aber auch ausgeführt, wie die schier unendlichen Möglichkeiten der digitalen Welt demokratisch und fair umgesetzt werden können. Er wies auch auf die Wichtigkeit des Träumens und der Kreativität hin, da sie es uns ermöglichen, zu handeln und Neues aufzubauen, und bedauerte, dass diese Fähigkeiten in der heutigen Zeit zu wenig wertgeschätzt werden. Studierende werden oft kritisiert, sie stünden mit den Beinen nicht fest auf dem Boden: Doch ihre Träume werden unerlässlich für die Konstruktion einer gerechteren Welt sein, in der alle ihre Traum(aus)bildung absolvieren können.

    Für weitere Informationen wenden sie sich bitte an:
    Gabriela Lüthi, Co-Präsidentin des VSS

    Pressemitteilung