Wir vom VSS sind der Meinung, dass jede Stimme zählt und wollen auch Studierende dazu ermutigen, diesen Monat an die Urne zu gehen. Dabei ist uns wichtig, dass die Studierenden der Schweiz wissen, welche Politikerinnen und welche Politiker ihre Anliegen vertreten und wie die künftigen Parlamentarier zu den wichtigsten Bildungsfragen stehen.

Auf unserer Homepage findet ihr jeden Tag Interviews mit Kandidierenden verschiedener Parteien, die uns Rede und Antwort standen und sich zu den politischen Anliegen der Studierenden äussern.

 

Was halten Sie von Klimamassnahmen an Universitäten, wie beispielsweise eingeschränkte Freiheiten beim Fliegen?  

Massnahmen zu Gunsten des Klimas müssen überall getroffen werden, auch an Universitäten. Verzicht oder Verbot bringt uns aber nicht weiter. Besser wäre es, bewusster zu konsumieren, die Kosten des Konsums zu tragen (Internalisierung der Kosten) und den Konsum umweltfreundlicher gestalten (durch Einsatz von neuen Technologien). Gerade in der Wissenschaft ist die Vernetzung über die Landesgrenze hinweg sehr wichtig. 

 

Wie soll Ihrer Meinung nach die Politik auf die Forderungen der Klimajugend eingehen?  

Die Politik muss konkrete Massnahmen ergreifen, so dass die Schweiz ihren Verpflichtungen gemäss Pariser Abkommen nachkommt. Es liegt nicht an uns, extreme Forderungen umzusetzen oder Symbolpolitik zu betreiben. Die politischen Massnahmen müssen Nahe am Menschen und der Wirtschaft sein. Die FDP hat im Ständerat als Lead bei der Ausarbeitung des CO2 Gesetzes bewiesen, dass wir mit liberalen Massnahmen unsere Verantwortung wahrnehmen können.  
 

Wie kann das Rahmenabkommen gerettet werden, um die Zusammenarbeit mit der EU im Bereich der Bildung zu gewährleisten?  

Es braucht gezielte Anpassungen am Rahmenabkommen, wie zum Beispiel der Ausschluss der Anwendung der Unionsbürgerrichtlinien. Wir können das Abkommen politisch aber erst beraten und Änderungen beschliessen, wenn der Bundesrat einen Schritt vorwärts macht. Das ist nun dringend nötig.  
 

Soll die Schweiz das nötige Geld bezahlen um Erasmus+ ab 2021 wieder beizutreten?  

Ja.  
 

Was halten Sie für eine angemessene Entschädigung für Praktikant*innen?  

Die Entschädigung soll Sache der Arbeitgeber und –nehmerIn sein. Langzeitpraktikas finde ich nicht gut, aber eine zu starke Regulierung kann dazu führen, dass weniger Praktikas angeboten werden, weshalb hier Vorsicht geboten ist.  
 

Was kann der Staat für günstigen Wohnraum für Studierende machen? Soll er sich überhaupt einmischen?  

Der Staat kann einerseits Objekthilfe und andererseits Subjekthilfe leisten. Objekthilfe heisst, dass beispielsweise in Gestaltungsplänen sowie der Bau- und Zonenordnung Parzellen explizit für studentisches Wohnen bestimmt werden. Subjekthilfe wird gezielt bei den Bedürftigen geleistet, z.B. mittels Stipendien.   
 

Sollten Geflüchtete in der Schweiz die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Hochschulen haben wie Schweizer*innen?  

Ja, wenn diese Möglichkeiten äquivalent zu den Schweizer Voraussetzungen sind.  
 

Sind Sie der Meinung, dass ökonomisch profitable Studiengänge wie beispielsweise Wirtschaft oder Informatik eher vom Staat gefördert werden soll als Musik oder Literaturwissenschaften?  

Wichtig erscheint mir, dass die Anzahl Studiengangwechsel und -abbrüche minimiert werden können, da dies weder für die Hochschule noch für die Studierenden gut ist. Dass das Angebot an Studiengänge sich an der realen Nachfrage orientiert, erachte ich als nicht falsch.  

 
 Wieso studieren weniger Frauen als Männer naturwissenschaftliche Fächer?  

Weil sie ein anderes Interesse zum Zeitpunkt der Studienwahl haben, was viele verschiedene Faktoren haben kann, z.B. fehlende Rollenvorbilder, welche wiederum aus verschiedenen Gründen nicht vorhanden sind. Dass wir uns für mehr Chancenvielfalt einsetzen müssen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Die heutigen Fehlanreize in verschiedenen Gesetzen müssen beseitigt werden.