Wir vom VSS sind der Meinung, dass jede Stimme zählt und wollen auch Studierende dazu ermutigen, diesen Monat an die Urne zu gehen. Dabei ist uns wichtig, dass die Studierenden der Schweiz wissen, welche Politikerinnen und welche Politiker ihre Anliegen vertreten und wie die künftigen Parlamentarier zu den wichtigsten Bildungsfragen stehen.

Auf unserer Homepage findet ihr jeden Tag Interviews mit Kandidierenden verschiedener Parteien, die uns Rede und Antwort standen und sich zu den politischen Anliegen der Studierenden äussern.

 

Was halten Sie von Klimamassnahmen an Universitäten, wie beispielsweise eingeschränkte Freiheiten beim Fliegen?

In einer globalisierten Welt sollten Menschen – und insbesondere Universitäten – die Möglichkeit haben, sich grenzüberschreitend austauschen können. Das beinhaltet auch das Reisen in andere Länder. Häufig gibt es aber sinnvolle Alternativen zum Fliegen wie die Bahn oder auch digitale Technologien wie Videokonferenzen, die noch stärker eingesetzt werden sollten.

 

Wie soll Ihrer Meinung nach die Politik auf die Forderungen der Klimajugend eingehen?

Mit dem CO2-Gesetz, das in dieser Herbstsession vom Ständerat verabschiedet wurde, haben wir eine gute Grundlage geschaffen, um rasch wirksame und umsetzbare Massnahmen einleiten zu können, die dem Klima helfen. Das Gesetz schafft die Voraussetzungen, damit wir die Zielsetzung des Pariser Abkommens von minus 50% CO2 bis 2030 und netto-null bis 2050 erreichen können.  Die Forderungen der Klimajungend gehen weiter, sind politisch aber nicht mehrheitsfähig.

 

Wie kann das Rahmenabkommen gerettet werden, um die Zusammenarbeit mit der EU im Bereich der Bildung zu gewährleisten?

Der Bundesrat steht in der Verantwortung. Er muss die Führung im Europa-Dossier übernehmen und zwar geschlossen. Das Rahmenabkommen sichert den bilateralen Weg ab und sichert somit die Zusammenarbeit mit unseren europäischen Nachbarn, u.a. im Bereich der Bildung. Ich setze mich dezidiert für das Abkommen, eine Weiterentwicklung des bilateralen Wegs und ein geregeltes, berechenbares Verhältnis zur EU aus.

 

Soll die Schweiz das nötige Geld bezahlen um Erasmus+ ab 2021 wieder beizutreten?

Ja.

 

Was halten Sie für eine angemessene Entschädigung für Praktikant*innen?

Ich finde das ein Unding. Die Universitäten sollen ihre Abgänger so ausbilden, dass diese vom ersten Tag an eingesetzt werden können und nicht zuerst Praktika absolvieren müssen. Wer einen Abschluss hat, sollte keine Praktika annehmen müssen für weniger als CHF 4000.- Monatslohn.

 

Was kann der Staat für günstigen Wohnraum für Studierende machen? Soll er sich überhaupt einmischen?

Nein, der Staat soll sich nicht einmischen. Nirgendwo auf der Welt ist Bildung so günstig und in derart hoher Qualität und Quantität verfügbar wie in der Schweiz. Sie finden im Umkreis von 50 bis 75 Kilometer von Ihrem Wohnort eine Universität oder Fachhochschule mit einem hochwertigen Angebot. Ich denke, damit hat der Staat seine Aufgabe in diesem Bereich mehr als erfüllt.

 

Sollten Geflüchtete in der Schweiz die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Hochschulen haben wie Schweizer*innen?

Ja, wenn ihr Status abgeklärt ist.

 

Sind Sie der Meinung, dass ökonomisch profitable Studiengänge wie beispielsweise Wirtschaft oder Informatik eher vom Staat gefördert werden soll als Musik oder Literaturwissenschaften?

Nein jeder junge Erwachsene soll selbst und eigenverantwortlich entscheiden, was er oder sie studieren will. Er muss dann allerdings nach dem Studium auch selbst für sein Auskommen sorgen können.

 

Wieso studieren weniger Frauen als Männer naturwissenschaftliche Fächer?

Für mich gilt auch in dieser Frage: Jeder und jede soll selbst entscheiden können, was er/sie studiert. Das Ziel ist nicht eine exakte Gleichverteilung zwischen den Geschlechtern.