Medienmitteilung vom 18.12.2014
Der Grossrat des Kantons Wallis hat heute beschlossen, Darlehen auf Kosten von Stipendien zu erhöhen. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) verurteilt diesen Entscheid. Der Kanton Wallis kann es sich nicht leisten, junge Personen vor die Entscheidung zu stellen, sich zu verschulden, um überhaupt eine Ausbildung machen zu können, oder aber auf eine Ausbildung zu verzichten.

Der Grossrat des Kantons Wallis fördert mit diesem Entscheid die Jugend-verschuldung. Anstatt dass junge Personen ihre Ausbildung in Angriff nehmen können, müssen sie sich mit der Frage beschäftigen, ob sie sich einen Schuldenberg aufbürden wollen, um überhaupt studieren zu können. Erfahrungswerte zeigen, dass viele Personen auf ihre Ausbildung verzichten, wenn sie diese nur mit einem Darlehen finanzieren können. Wird es nun zum Privileg, eine Ausbildung absolvieren zu können? Nicht berücksichtigt wurde bei diesem Entscheid, dass Darlehen einen massiv grösseren bürokratischen Aufwand für den Kanton Wallis bedeuten, was auch der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Motion darlegt. Zudem verursachen die Darlehen etwa den Zinsaufwand von einer Million Franken pro Jahr für den Kanton Wallis.

Mit dem Entscheid des Walliser Grossen Rates dividieren sich die kantonalen Stipendiensystem noch stärker auseinander. So werden in Zukunft Walliser Studierende gegenüber Waadtländer Studierenden benachteiligt, da deren Kanton kein Darlehensregime kennt. Das Stipendienwesen tatsächlich weiterentwickeln kann nur die Stipendieninitiative des VSS, die nächstes Jahr zur Abstimmung kommt. Sie fordert, dass für alle Studierenden der höheren Fachschulen, Fachhochschulen, Universitäten und ETHs dieselben Regeln beim Zugang zu Ausbildungsbeiträgen gelten.